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Pressestimmen
Vielversprechendes
Debüt in der Probstei St. Gerold Die Sopranistin Elisabeth Kulman gab mit einem schön aufgebauten und charmant dargebotenen Liedprogramm ein vielversprechendes Debüt in der Propstei St. Gerold, am Flügel zauberte Wolfram Rieger. Schubert, Brahms, Wolf, Strauss und Mahler waren hier mit Gruppen von je vier und fünf Liedern versammelt, Beliebtes traf auf weniger Bekanntes. Mit ihrem innigen Verhältnis zu Dichtung und Sprache verstand es die Sängerin, mit ihrem leuchtenden, auch zur Tiefe hin schön abgerundeten Sopran und aussagestarker Mimik Geschichten zu erzählen. Wie geschaffen für einen (wenn auch kühleren) Frühlingstag schien Schuberts "Lied im Grünen", mit dem Elisabeth Kulman ihr Publikum an die Hand nahm und, eingebettet in Riegers perlende Begleitung, in großen Bögen führte. Ein zart verhaltenes "Heideröslein" mit dezent dargebotener Erotik und direkt anschließend der "Erste Verlust" in wehmütigem Legatostrom warfen ein Licht auf die kluge Auswahl und Gestaltungskraft der Sängerin. Fülle und Wärme kennzeichneten die Gruppe der Brahmslieder, wenn diese die Klarheit des Augenspiegels nachzeichnete und in "Es träumte mir" in gesammelter Stimmführung größte Spannung entstehen ließ, während Wolfram Rieger in Zwischen- und Nachspiel die traumverlorene Stimmung heraufbeschwor. Jauchzend und scherzend Die Zwiesprache mit der Nachtigall ("Geuss nicht so laut") führte zwingend zu dem jauchzenden Aufschwung von "Es liebt sich so lieblich im Lenze". Verführerisch (in "Die Zigeunerin"), todessehnsüchtig (in "Bedeckt mich mit Blumen"), scherzend in den beiden Werken aus dem Italienischen Liederbuch breitete die Sängerin bei Wolf die Facetten ihrer Kunst aus, bevor die humoristische "Storchenbotschaft" zum virtuosen "Schnabelkonzert" ansetzte. Aufblühen konnte die Stimme vollends in den Liedern von Richard Strauss, wobei hier vor allem "Die Georgine" die Fülle der Gefühle und der Schmerzen vermittelte und "Die Verschwiegenen" über gemeißelten Akkorden zu dramatischen Schärfen neigten. Nach dem üppigen Klangrausch der Strausslieder führten Kulman und Rieger in die intimen Naturgemälde Mahlers. Zart und heimlich, dabei wunderbar klar stimmten sie in "Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald" ein Vogelkonzert an, das sich mit den Trillern der Lerche und dem lockenden "Steh auf" in "Frühlingsmorgen" fortsetzte. Es sollten nicht die einzigen Vogelstimmen in diesem stimmungsvollen Liederabend bleiben - und sicherlich ist von dieser sympathischen Sängerin noch viel zu erwarten und zu hören. Ein Teil dieses Konzerts wird am 17. Mai, 10.05 Uhr im Programm Ö1 gesendet. Katharina von Glasenapp - NEUE VORARLBERGER TAGESZEITUNG
- 9. April 2002
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