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Liederabende

Arnold Schönberg: Pierrot Lunaire

Orte
St. Pölten - Festspielhaus
Baden - Congress Casino

Termine
Donnerstag, 12. September 2002, 19.30 Uhr - Baden
Samstag, 14. September 2002, 19.30 Uhr - St. Pölten

Besetzung
Elisabeth Kulman, Rezitation
Steven Gallop, Bariton (12.9.), Adrian Eröd, Bariton (14.9.)

Sinfonietta Baden
Dirigent: Thomas Rösner

Programm
* Arnold Schönberg: Pierrot Lunaire, op.21
* Peter Maxwell Davies: Eight Songs for a Mad King

Text
Peter Maxwell Davies war in den Fünfziger Jahren d e r "junge Wilde" der britischen Musik. Mit Kompositionen in leichtem, ironisch-satirischem Ton setzte er einen Kontrapunkt zum äußerst konservativen Musikleben der Insel. Die Lieder für den "verrückten König" aus dem Jahre 1969 sind ein typisches Beispiel.
Die Brücke zu Schönberg (1874-1951) bildet nicht nur die Tatsache, dass Davies sein Hausorchester Pierrot Players nannte. Weil die tragende Rolle in diesem Stück eine (genau notierte) Sprechstimme ist, kommt es auch im Pierrot immer wieder zu exaltierten Situationen, die ins Komische umschlagen. Strawinsky bezeichnete dieses Melodram über lyrisch-visionäre Gedichte des Belgiers Albert Giraud als "Solarplexus der Musik des 20. Jahrhunderts".
Das expressiv-atonale Werk steht am Anfang des modernen Musiktheaters, kurz vor Entwicklung der Zwölftonmusik. Die Kabarettsängerin Albertine Zehme hatte es bei Schönberg als einen "Zyklus von Melodramen" in Auftrag gegeben. Schönberg wählte 21 Gedichte aus einem Zyklus von Albert Giraud in der deutschen Übersetzung von Otto Erich Hartleben aus und schrieb Pierrot Lunaire in wenigen Tagen von März bis Juni 1912. Die strengen, aber poetischen Versformen der grotesken Gedichte bilden die Grundlage von Schönbergs spannungsgeladener und abwechslungsreicher Musik: Leichte, freie Kompositionen stehen neben schweren, komplexen. Pierrot Lunaire erzählt keine fortlaufende Handlung oder Geschichte; jedes Gedicht beschreibt eine kleine Szene, ein bewegtes Bild, eine makabre Anekdote, eine Groteske der Nacht, des Mondes oder des mondsüchtigen Pierrot. Allein Schönbergs Musik und der Sprechgesang der Sängerin verbinden alles zu einer Einheit.

Links
Festspielhaus St. Pölten: www.festspielhaus.at

 

Pierrot Lunaire

Pierrot Lunaire

 

Presse

Pressestimmen

... Am Anfang der Aufführung stand Arnold Schönbergs "Pierrot Lunaire", op. 21. Ein expressionistisches Werk mit dadaistischen Tendenzen und scharfen Kontrasten, das der rezitativischen Stimmführung der Interpretin Elisabeth Kulman, einer aufstrebenden jungen österreichischen Sängerin, einiges abverlangte. Nach Wunsch des Komponisten muss die Solistin die vorgezeichneten Tonhöhen in eine Sprechstimme umwandeln, was ihr überzeugend gelang.
Wanda Mühlgassner - BADENER ZEITUNG - 19. September 2002

"Grenzen der Stimme" - ein gelungens Experiment
... Beim ersten Programmpunkt bot die Sängerin Elisabeth Kulman eine starke Leistung. Die Schwierigkeit ihres Sprechgesang-Vortrags bestand darin, Tonhöhen zu treffen, jedoch nicht ins Singen zu verfallen. Die Sopranistin hat den Weg in Schönbergs Grenzgebiete recht gut absolviert,
den lebhaften Applaus hat sie wohl verdient.

Leo Willner - BADNER RUNDSCHAU - 19. September 2002

ARCHIV.kulman.info 2002

Elisabeth Kulman - www.kulman.info