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Pressestimmen
Die
Königin des Burgenlandes In Lockenhaus wurde die größte Orgel des Landes eingeweiht. Aus harmonisch diffusen Klangnebeln tritt im Glanz reiner Dreiklänge immer strahlender das Bild der Ecclesia triumphans hervor, zieht vorüber, verschwindet wieder im Dämmerlicht des Beginns. "Apparition de l'Eglise Eternelle", dieser Geniestreich des 23-jährigen Olivier Messiaen, bildete den Höhepunkt des opulenten Festes, das Lockenhaus seiner neu gekrönten Königin der Instrumente bereitete. Zugleich wirkte die Komposition wie das Spiegelbild des herzbewegenden Gottesdienstes am Nachmittag, bei dem Bischof Paul Iby im Kreis von elf Konzelebranten und einer begeisterten Gemeinde die neue Orgel geweiht hatte. Um 445.000 Euro hat die Vorarlberger Firma Rieger eine zweimanualige Orgel auf die Westempore der Pfarrkirche gestellt; ein wenig plakativ als "größte Kirchenorgel des Burgenlandes" bezeichnet, aber vorzüglich auf den Raum abgestimmt und dazu mit elektronischen Spielhilfen ausgestattet, die 700 (!) Kombinationen abrufbar machen. Wolfgang Horvath, der verdienstvolle Organist, Chorleiter und Motor des Projektes, wusste die Chancen bei seinem abendlichen Orgelkonzert virtuos zu nützen, nicht nur bei Messiaen, sondern auch bei Franz Liszts Präludium und Fuge über B-A-C-H oder der schmissigen Toccata aus Charles-Marie Widors 5. Orgelsymphonie. Mit vier Flötenuhrstücken von Joseph Haydn war auch eine Hommage an die Stifter-Familie verbunden: Elisabeth Gräfin Enzenberg-Esterházy als Hauptsponsorin sowie Melitta Fürstin Esterházy haben zwei Drittel der Kosten aufgebracht. Ein hoher päpstlicher Orden für die Gräfin war da wohlverdient. Abends gab's dann ein großes Spektakel am Kirchenplatz. Unter dem Motto "Der kosmische Lobpreis" musizierten Chor und Orchester "Musica sacra Lockenhaus" unter der ambitionierten Stabführung Wolfgang Horvath Highlights religiös inspirierter Musik zwischen Haydn, Mozart und Gustav Mahler. Spektakulär: Die Uraufführung eines Auftragswerkes von Leopold Brauneiss für Orgel, Orchester und Kirchenglocken. Anton Bruckners "Te Deum" mit dem Wiener Konzertchor und vier exzellenten jungen Solisten bildete den festlichen Abschluss, wobei der Tenor Franz Supper besonders brillieren konnte. Frank Hoffmann führte launig durch den Abend, Lichtspiele belebten die Kirchenfassade. Zuletzt ein fulminantes Feuerwerk - glanzvoller hätte die "Königin des Burgenlandes" nicht inthronisiert werden können. Noch bis Dienstag währt das Orgelfest: Mit Kinderprogrammen, Jazz, Stars wie Robert Holl, Romuald Pekny, Peter Planyavsky. Gerhard Kramer - DIE PRESSE
- 30. Juni 2003
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