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Geistliche Musik

Lukas Haselböck: Kantate

Ort
Wr. Neustadt - Neukloster (Festival "Neu-Kloster-Musik 2003")

Termin
Donnerstag, 25. September 2003, 19.30 Uhr

Besetzung
Elisabeth Kulman, Sopran
Bernd Lambauer, Tenor
Gerd Kenda, Bass

Ivana Pristasova, Violine
Cynthia Liao, Violine
Stefan Gartmayer, Violoncello
Balázs Sebestjén, Posaune
Berndt Thurner, Vibraphon
Gabriela Mossyrsch, Harfe
Erich Traxler, Cembalo

Andres Orozco, Dirigent

Programm
* Johann Hermann Schein: "Herr, nun lässt du deinen Diener" für Bass, 2 Violinen und b. c.
* Johann Hermann Schein: "Gehet hin in alle Welt" für Tenor, 2 Violinen und b. c.
* Heinz Holliger: "Sequenzen über Johannes I, 32" für Harfe solo (1962)
* Johannes Ockeghem: Gloria aus der "Missa super Fors seullement l'atente" (Bearbeitung: Lukas Haselböck)
* Samuel Scheidt: "Mag ich Unglück nicht widerstahn" für Sopran, Tenor, Bass und b. c.
* Lukas Haselböck: Kantate nach Texten von Thomas Bernhard und Andreas Gryphius für Sopran, Tenor, Bass, Violine, Violoncello, Posaune, Vibraphon, Harfe und Cembalo

Links
Homepage von Lukas Haselböck: www.lukas-haselboeck.com

 

Luaks Haselböck

Lukas Haselböck

 

Presse

 

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Pressestimmen

Thomas Bernhards Religiosität
Wiener Neustadt sucht nach neuer geistlicher Musik.
Zum vierten Mal beherbergte Wiener Neustadt heuer das kleine, aber ambitionierte Festival "Neu-Kloster-Musik". Orgelmusik plus Lyrik, Rockmesse und Musical, Konzert und Diskussion - ein weit gefächertes Programm will die Möglichkeiten neuer geistlicher Musik in liturgischem und außer-liturgischem Rahmen erforschen. Zuletzt bot die 2002 prachtvoll renovierte Stiftskirche der Zisterzienser den Rahmen für das Abschlusskonzert unterm Titel "Zeitsprünge", der sich als fruchtbar erwies: in der Gegenüberstellung von Alter und Neuer Musik, aber auch im Hauptwerk des Abends.
Lukas Haselböck (31), jüngster Spross der Musikerfamilie, hat in seiner 2001 bestandenen "Kantate nach Texten von Thomas Bernhard und Andreas Gryphius" spannend die Zeitebenen der beiden Autoren ineinander verschränkt. Der Wortgewalt des schlesischen Barockdichters steht auf fast überraschende Weise die schlichte, berührende Religiosität der Texte gegenüber, die der 26-jährige Bernhard in seinem Gedichtband "In hora mortis" 1958 veröffentlicht hat.
Haselböcks Vertonung erweist ihn als eminente kompositorische Begabung. Auch hier sind traditionelle Elemente - Kompositionstechniken wie Kanon oder Stimmkopplung - mit einer durchaus heutigen Tonsprache verknüpft, die ohne akademischen Rigorismus oder postmoderne Beliebigkeit von schöpferischer Erfindungsgabe gespeist wird. Mit fruchtbarer Klangfantasie formt Haselböck für jedes Stück des neunteiligen Zyklus aus dem kleinen Ensemble (darunter Vibrafon, Harfe, Cembalo) die rechte instrumentale Kombination; abwechslungsreich und stimmlich dankbar sind die drei Vokalsolisten eingesetzt.
Neben dem kultivierten Tenor Bernd Lambauers und dem profunden Bass Gerd Kendas
begeisterte der leuchtend klare, perfekt geführte Sopran von Elisabeth Kulman. Mit ruhigem Schlag führte der kolumbianische Dirigent Andreas Orozco, Absolvent der Klasse Lajovic an der Musikuni, die jungen Musiker über alle rhythmischen Klippen der Partitur.
Das Vorangegangene war nur Vorbereitung gewesen: Kleine geistliche Konzerte des Frühbarock, ein kurzes Harfenfrühstück von Heinz Holliger und, von Haselböck für sein Ensemble bearbeitet, das Fragment einer Messe von Johannes Ockeghem (1425 bis 1495).
Gerhard Kramer - DIE PRESSE - 27. September 2003

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Elisabeth Kulman - www.kulman.info