|
Pressestimmen
Glänzender Aufktakt für Arno Hartmann Herausragende musikalische Intensität bot das Bochumer Debütkonzert des neuen Stadtkantors Arno Hartmann in der Christuskirche am Rathaus. Mit Pärts "Wallfahrtslied" und Mozarts "Requiem" war das Programm vom Gedanken der Vergänglichkeit und hoffnungsvollen Transzendenz erfüllt. Brillante Solisten, die Bochumer Symphoniker und die Stadtkantorei ließen diesen Abend im Gedächtnis bleiben. Mitte September hatte Hartmann die Nachfolge von Bernhard Buttmann als Kantor der Christuskirche und Dirigent ihrer Stadtkantorei angetreten. Dies bedeutete für ihn auch, das erfolgreiche Zusammenspiel von Kantorei mit den Symphonikern fortzusetzen. Dass er sich dieser Herausforderung mit Bravour zu stellen weiß, bewies er jetzt. Arvo Pärts Komposition für Männerchor und Streichorchester reflektiert den Tod eines engen Freundes des Künstlers. Unter Hartmanns Leitung wurde dem Werk die ihm zugedachte innere Gleichmäßigkeit und Klarheit zuteil, die fern jedes Pathos dieser Komposition völlig gerecht wurde. Das sich im Programm anschließende Mozart-"Requiem" umgibt wohl wie kaum ein anderes Werk des Komponisten die Aura des Geheimnisvollen. Offensichtlich hingegen die solistischen Glanzleistungen von Elisabeth Kulman (Sopran), Annely Peebo (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Thomas Laske (Bass), die durch stimmliche Geschmeidigkeit, Expressivität in den Soli und sensible Ausgeglichenheit in den Ensemble-Passagen beeindruckten. Ein "Requiem", das jeglicher sentimentaler Schwermütigkeit trotzend, mitteilweise durchaus forschen Tempi, effektvoll herausgearbeiteten dynamischen Steigerungen und einer mächtig anmutenden Chorleistung einen überzeugenden Gesamteindruck hinterließ. Diese Aufführung lässt erwartungsvoll auffolgende Konzerte Hartmanns blicken, dessen Bereicherung für das Kulturleben Bochumsabseits jeder Mythenbildung liegt. Martin Windolph - WAZ, 15. November 2003

Glänzende Visitenkarte "Ich glaub', da haben wir einen Guten!" So umschrieb eine Konzertbesucherin den Eindruck, den der neue Kreiskantor bei ihr und sicher vielen begeisterten Besuchern hinterließ. Für sein Konzertdebüt mit den Bochumer Symphonikern und der Stadtkantorei wählte Arno Hartmann Mozarts Requiem. Doch zunächst überraschte er mit Arvo Pärts Wallfahrtslied. Dieses Werk schrieb der estnische Komponist für einen verstorbenen Freund. Hartmann gelang die Bochumer Erstaufführung brilliant: der Versuch, diese unpassierbare Linie zwischen dem Hier und der Ewigkeit zu überwinden und gegen die Dynamik der Musik die Statik des Männergesangs zu setzen. Zum Schluss entschwebt der letzte Klang der Violine ganz sacht als leiser Gruß ins Gegenüber. Ganz anders das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Hartmann dirigiert dieses letzte Werk Mozarts sehr kraftvoll, in dynamischem Tempo. Mit Elisabeth Kulman (Sopran), Annely Peebo (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Thomas Laske (Bass) konnten hervorragende Solisten gewonnen werden. Großes Lob gebürt auch der Stadtkantorei, die hier gesangliche Höchstleistung erbrachte. Eine glänzende Visitenkarte, die Arno Hartmann mit diesem Konzert ablieferte. Frauke Haardt-Radzik - EVKIRCHEBOCHUM.DE
- November 2003
|