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Geistliche Musik

G.F. Händel: Israel in Egypt

Ort
Wiener Musikverein - Großer Saal

Termine
Montag, 1. November 2004, 19.30 Uhr
Dienstag,
2. November 2004, 19.30 Uhr

Besetzung
Cornelia Horak, Sopran 1
Elisabeth Kulman, Sopran 2
Markus Forster, Altus
Kurt Azesberger, Tenor
Ulf Bästlein, Bass 1
Florian Boesch, Bass 2

Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Capella Leopoldina
Dirigent: Johannes Prinz

Programm
G.F. Händel: Israel in Egypt, HWV 54

Links
www.musikverein.at

 

Georg Friedrich Händel

Georg Friedrich Händel

 

Presse

Pressestimmen

Georg Friedrich Händel als besondere Kraftquelle
Händels dramatisches Musikgemälde über das Schicksal des Volkes Israel in Ägypten brachte der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde im Musikverein heraus: Man könnte süchtig danach werden.
Dieser Chormeister (Johannes Prinz) sollte sich ruhig öfter im Rahmen eines repräsentativen Chor-Orchesterkonzertes zeigen. Er hat allerhand zu bieten, sowohl als Leiter seines Chores, des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde, aber auch als Maestro vorm Orchester. Zeit war's, die "Capella Leopoldina" kennen zu lernen. Im Großen Saal trat sie mit drei Dutzend Musikern an, ein Drittel davon waren Bläser, alle anderen Streicher. Verwendet werden Instrumente der Zeit oder entsprechende Nachbauten. Das ergibt einen homogenen Klang. Johannes Prinz hat offenbar umfassend geprobt und eine beeindruckende Qualität erreicht.
So konnte er es sich auch leisten, Händels dramatisches Musikgemälde, dieses Oratorium vom Schicksal der Verfolger des Volkes Israel und dessen freudigen Jubel kraftvoll und farbenstark zur Wirkung zu bringen. Die fast hundert Mitglieder des "Singvereins" sangen mit bemerkenswert verbesserter Stimmkultur und mitreißender Kraft.
Nach dem Chor als musikalischer Hauptperson konnte man auch an den ausgewogenen Leistungen der Gesangsolisten seine Freude haben. Cornelia Horak machte mit ihrem instrumental geführten Sopran, ihrer sicheren Höhe und Trennschärfe auf sich aufmerksam,
Elisabeth Kulmans interessantes Timbre könnte süchtig machen. Klangvoll und beseelt war der Alt von Markus Forster, Ulf Bästlein ließ es genussvoll "basseln", geschmackvoll hob sich Florian Boesch mit seinem gepflegten Legato davon ab. Nur Kurt Azesberger wirkte diesmal etwas angestrengt, namentlich in den Koloraturen. Vielleicht hätte aber auch nur Johannes Prinz etwas vom "Gas gehen" sollen.

Herbert Müller - WIENER ZEITUNG - 3. November 2004

Mücken, Schläge und Finsternis
Mit Händels "Israel in Ägypten" demonstrierte der Wiener Singverein seine stilistische Flexibilität.
Von Händel bis Strawinsky, von Bachs h-moll-Messe bis zu Carl Orffs "Catulli Carmina" - eine enorme stilistische Spannweite, die der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde auch in der laufenden Saison wieder ausbreitet. Das größte Wunder dabei: wie es Chorleiter Johannes Prinz zu Wege bringt, einen "Laienchor" romantischer Tradition auch bei Musik des Barock ganz nahe an die Qualität spezialisierter Vokalensembles heranzuführen.
Am Beispiel von Georg Friedrich Händels "Israel in Egypt", als Feiertagsgabe im Kammerorchester-Zyklus des Musikvereins: Da verbinden sich scheinbare Gegensätze wie Weichheit und Klarheit der Tongebung harmonisch bis in höchste Sopran-Lagen; schlank und deutlich verfolgbar bleiben die einzelnen Linien des (fast stets achtstimmigen) Satzes auch in Abschnitten großer Klangpracht; und durchaus respektabel werden die schwierigen Koloraturen bewältigt.
Stilistisch bewegen sich Prinz und die Seinen gleichfalls voll auf der Höhe unserer Zeit. Ohne in Extreme zu verfallen, waren doch - wie es die alten Theoretiker forderten - Licht und Schatten in der Dynamik flexibel verteilt. Eine frei ausschwingende Phrasierung gliederte sinnvoll die einzelnen Stimmen; und auch im Spiel des tüchtigen Originalklangensembles "Capella Leopoldina" aus Graz wurden alle Farben des genialen Werks lebendig: die flirrenden Figurationen der Geigen im "Mückenchor", die unheimlich lastende Ägyptische Finsternis in Streichern und Fagotten, die niederschmetternden Akkordschläge in "He smote all the first-born", aber auch die sanfte Bukolik des Hirtenchores Nr. 10.
Zufrieden stellend auch die Wahl der Tempi - mit einer Ausnahme: Warum musste der bewährte Tenor von Kurt Azesberger bei seiner Arie im zweiten Teil förmlich zu Tode gehetzt werden? Unter den weiteren Solisten
fiel abermals der substanzreiche Sopran von Elisabeth Kulman sehr positiv auf. ... Sicher zeichnete Markus Forster die Altpartie nach; Ulf Bästlein und Florian Boesch wetteiferten als wuchtige Bässe.

Gerhard Kramer - DIE PRESSE - 3. November 2004

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