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Weltliche Musik

Japan-Tournee 2003/2004

Orte
Oberschützen - Kulturzentrum
Tokio - Suntory Hall
Osaka - Festival Hall
Nagoya - Aichi Prefectural Art Theater Concert Hall

Termine und Orte
Samstag, 27. Dezember 2003 - 19.30 Uhr - Oberschützen (öff. GP)
Mittwoch, 31. Dezember 2003 - 22.00 Uhr - Tokiol
Donnertsag, 1. Januar 2004 - 15.00 Uhr - Tokio
Freitag, 2. Januar 2004 - 15.00 Uhr - Tokio
Samstag, 3. Januar 2004 - 15.00 Uhr - Tokio
Dienstag, 6. Januar 2004 - 19.00 Uhr - Osaka
Mittwoch, 7. Januar 2004 - 18.45 Uhr - Nagoya

Besetzung
Elisabeth Kulman, Sopran
Dietmar Kerschbaum, Tenor
Symphonieorchester der Wiener Volksoper
Julius Rudel, Dirigent

Programm
Programm 1
* Franz Lehár: "Hör ich Zymbalklänge" (Zigeunerliebe)
* Johann Strauß: "Draußen in Sievering" (Fanny Elssler)
* Johann Strauß: Uhrenduett (Fledermaus - Duett)
* Johann Strauß: "Trinke Liebchen, trinke schnell" (Fledermaus - Duett)
u.a.

Programm 2
* Emmerich Kálmán: "Heia in den Bergen" (Csárdásfürstin)
* Franz von Suppé: "Hab ich nur Deine Liebe" (Boccaccio)
* Johann Strauß: "Wer uns getraut" (Zigeunerbaron - Duett)
* Johann Strauß: "Trinke Liebchen, trinke schnell" (Fledermaus - Duett)
u.a.

Text
Dietmar Kerschbaum
Geboren in Güssing. Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Wien bei Franz Lukasovsky und Walter Berry, Abschluss mit Auszeichnung. 1998 Eberhard-Wächter-Preis der Wiener Staatsoper, 1999erster Preisträger im Operettenfach beim Wiener Belvedere-Wettbewerb. Seit Spielzeit 98/99 ist er im Ensemble der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Gastspiele u.a. an der Kammeroper, beim Mozartfestival in Schönbrunn, an der Wiener Volksoper, in Straßburg, Nürnberg, Stuttgart, Paris, Tokio, Hannover und London. Sein Debüt bei den Opernfestspielen Savollina sowie bei den Salzburger Festspielen erfolgt 2002.

Julius Rudel
Born on March 6, 1921,
Julius Rudel received his earliest musical instruction in his native Vienna where he also pursued advanced study at the Academy of Music. At the age of 17 he emigrated to the United States and enrolled in the Mannes School of Music in New York. His long association with the New York City Opera began when he joined the company as a rehearsal pianist in 1943. He made his conducting debut in 1944 with Johann Strauss' Gypsy Baron. Rudel was appointed Music Director of the City Center Opera in 1957 which in time developed into one of the best and most enterprising companies in the United States.
In 1979 Mr. Rudel left his post at the New York City Opera to extend his symphonic activities in the U.S. and across Europe. He became music director of the Buffalo Philharmonic and forged a special link with the Orchestra of St. Luke's, a collaboration which has led to a continuing series of recordings on the MusicMasters label that has included orchestral works by Haydn, Schubert, and Kurt Weill as well as the European recordings of the music of Mozart, Weill, and Ginastera.
Rudel's tenure with the Buffalo Philharmonic was marked with emphasis on the classical repertoire as well as gala performances with Beverly Sills and Placido Domingo. In addition to directing the Orchestra's performances in Carnegie Hall and Kennedy Center, Rudel also took the BPO on its first West Coast tour which resulted in excellent press reviews in San Francisco, Los Angeles, Sacramento, Phoenix and Tucson. He also directed the BPO's commemorative LP recording with CBS Masterworks featuring music of the holiday season. While Rudel's interpretive style reveals a fine sense of classical line and balance in the finest Viennese tradition, his sense for the lyrical stage is everywhere apparent, even in purely symphonic works. He is especially respected in the opera world for his artistic control of the poetic rubato which is requisite to the interpretive demands of leading singers and vocal ensembles. A brilliant example of this can be heard in Rudel's CD release titled
Welcome to Vienna on the EMI label with Beverly Sills and the London Philharmonic, featuring jewels like Lehar's Vija from The Merry Widow and Sieczynski's Vienna, City of my Dreams. Exquisite.
In addition to his orchestral and opera conducting, Rudel has served as an important musical administrator in a variety of venues. He directed the opening seasons of Washington's Kennedy Center as its first music director and was also the first music director of the Wolf Trap Festival. Other posts he has held include music directorships of the Cincinnati May Festival, the Caramoor Festival and music adviser to the Opera Company of Philadelphia.
Today Mr. Rudel continues to work with many of the world's finest opera companies including the Metropolitan in New York, Teatro Col¢n in Buenos Aires, Lyric Opera of Chicago, Op‚ra Bastille in Paris, Royal Opera in Copenhagen, Berlin's Deutsche Oper and the Stadttheater in Berne, Switzerland.
Along the way Rudel has won a Grammy Award and seven Grammy Nominations. His many opera recordings include Massenet's Manon and Cendrillon, Boito's Mefistofele, Verdi's Rigoletto, Bellini's I puritani, Weill's Silverlake and Lost in the Stars, Ginastera's Bomarzo, and Handel's Giulio Cesare which won the Schwann Award for Best Opera Recording. He has also made several filmed videos with such international artists as Kiri te Kanawa, Eva Marton, and Frederica von Stade.
Mr. Rudel was made a Chevalier des Arts et Lettres by France and has been decorated by the governments of Austria, Germany, and Israel. Moreover, he has received a variety of honorary doctorates from universities and colleges in the United States.

Suntory Hall Tokio
Bis heute ist der weinbergförmige Raum eine "Juwelenbox des Klangs"
Die Suntory Hall ist eine Abteilung von Suntory Limited, einem Getränke-Familienunternehmen. Neben der Suntory Hall hält die Gesellschaft das Suntory Kunstmuseum, das Suntory Museum Tempozan und zwei Stiftungen, um Kultur und Musik zu fördern. Sponsoren werden gesucht, um die eigenen Konzerte zu unterstützen.
Schon kurz nach ihrer Eröffnung 1986 hatte die Suntory Hall in Tokio den Ruf als beste Konzerthalle Japans. Das liegt zum einen an ihrer Akustik des Yasuhisa Toyota, zum anderen an ihrer Sitzordnung in Form eines Weinbergs, die auf Anregung Herbert von Karajans zurückgeht. Tief bewegt zeigte sich Karajan nach der Eröffnung: "Diese Halle ist wahrlich eine Juwelenbox des Klangs!" Der Ruf der Suntory Hall baute sich auf von Jahr zu Jahr. "Es war eine Art revolutionärer Vorgang", erinnert sich Kenji Kishimoto, Hauptberater der Intendanz der Suntory Hall. "Seit sie eröffnet wurde, hat sich nicht nur in der Musikszene, sondern auch in der Kunst und im Bereich des Entertainments sehr viel verändert." Daß die Halle eine solche Qualität erreicht hat, liegt daran, daß die Japaner den Neubau klug und umsichtig vorbereitet haben. Viele prominente Dirigenten, Musiker, Bühnenmanager und Musikliebhaber aus aller Welt wurden um Rat gefragt. "Mancher Dirigent wünschte sich eine gute Couch in seiner Garderobe, um dort ein Schläfchen zu machen", erinnert sich Kishimoto. "Andere wollten ihre Garderobe möglichst nah an der Bühnentür haben." Solche Wünsche wurden erfüllt. Nachdem man in der Suntory Hall Kaffee und Wein bekam, wurden solche Angebote Standard in japanischen Konzerthallen. "Früher", erzählt Kishimoto, "mußten die Leute in Japan grauenhafte Zustände an den Eingängen in Kauf nehmen. Wir haben Tag für Tag hart am Service gearbeitet."
Symphoniekonzerte spielen die Hauptrolle in der Suntory Hall. Jedes Jahr findet ein einwöchiges Festival "Music Today 21" statt. Daneben werden Neukompositionen präsentiert, aber auch traditionelle japanische Musik - alte Hofmusik und traditioneller Tanz.
Zeitgenössische Komponisten greifen in ihren neuen Werken auf traditionelle japanische Musikinstrumente zurück. (DIE WELT)

Links
Symphonieorchester der Wiener Volksoper: www.vsow.at
Suntory Hall Tokio (English version):
www.suntory.co.jp/suntoryhall/

 

Elisabeth Kulman backstage

Elisabeth Kulman backstage

 

Presse

 

Dietmar Kerschbaum, Tenor

Dietmar Kerschbaum, Tenor

 

Julius Rudel, Dirigent

Julius Rudel, Dirigent

 

Elisabeth Kulman backstage

Elisabeth Kulman backstage

Pressestimmen

An diesem diesmal sehr warmen Jahresende hatte sich das Publikum zahlreich in der Suntory Hall Tokyo versammelt, um mit dem Symphonieorchester der Volksoper Wien die Silvesternacht zu verbringen.
Ich selbst habe seit vielen Jahren bei anderen Silvesterkonzerten zugehört, aber zum ersten Mal in der Suntory Hall: Hier gibt es jedes Jahr zu Sylvester den "Schrein" der Wiener Operettenmusik, das Konzert mit Künstlern der Volksoper, welches schon das 11. Jahr stattfindet, und somit bereits eine traditionelle Veranstaltung darstellt.
Dirigent war Julius Rudel, er hatte die New York City Opera zum künstlerischen Höhepunkt geführt, ist als Operndirigent immer noch aktiv und wirkt in Europa und USA. Auch hat er vor einigen Jahrzehnten an der Wiener Volksoper dirigiert.
Besonders angenehm auffallend war der Klang der ausgezeichneten Streichergruppe, und Maestro Rudel leitete trotz seines bemerkenswert hohen Alters das Orchester exzellent!
Der Rhythmus der Tanzmusik im Dreiviertel- und Viervierteltakt, Walzer, Polka, Galopp, versetzte uns in so ein zauberhaftes Gefühl, dass wir am liebsten selbst gern getanzt hätten, und unsere Herzen klopften im Rhythmus des Taktes, so unmerklich wurden wir davon angesprochen.
Beim Duett "Trinke Liebchen, trinke schnell" aus der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss II traten die in rot gekleidete Sopranistin Elisabeth Kulman zusammen mit dem Tenor Dietmar Kerschbaum auf, die uns
nicht nur mit herausragender Gesangstechnik und exzellenter schauspielerischer Leistung überzeugten, sondern auch optisch sehr erfreuten.
Weitere Werke des Abends kamen von Franz von Suppé, Franz Lehár und natürlich Johann Strauss II, die mit dem Stilgefühl der schönsten Wiener Tradition dargebracht wurden und eine festliche Atmosphäre in der Konzerthalle brachten.
Nun näherte sich der Moment des Jahreswechsels, Keiko Inoue begann "Auld Lang Syne" auf der Saalorgel zu spielen. Auf der Bühne fand nun eine Performance statt, das "Schaf" im japanischem Horoskop wurde vom Tier des folgenden Jahres, dem "Affen" sanft aber bestimmt von der Bühne geschickt.
Als das Zeitzeichen die Mitternacht verkündete, riefen alle Musiker auf japanisch "Akemashite omedeto" (Frohes Neujahr) zum Publikum und feierten gemeinsam den Jahreswechsel mit kleinen Knallkörpern und Papierschlangen. Als Zugabe wurden "An der schönen blauen Donau", "Wien du Stadt meiner Träume" und der "Radetzkymarsch" gespielt, das Konzert endete neuerlich in fröhlicher Stimmung und mit festlichen Flair.

Kyoko Michishita (Übersetzung: Kota Morikawa/Kurt Hintermayr) - ONGAKUDGENAI Musikzeitschrift Tokio - März 2004

Maestro Julius Rudel dirigierte Wiener Walzer
Der 82-jährige Opernspezialist Julius Rudel hat von Silvester bis Neujahr Japan besucht. Er dirigierte nicht nur in der Suntory Hall Tokyo, sondern auch in verschieden anderen großen Städten unseres Landes.
Julius Rudel wurde 1921 in Wien geboren. Er war lange in den USA tätig, dirigierte das Buffalo Philharmonic Orchestra und in der New York City Opera.
Mir selbst ist er von vielen älteren Schallplattenaufnahmen der Firma Westminster bekannt, beispiels­weise mit Wiener Walzern (ausgezeichnet seine Interpretation der "Rosen aus dem Süden"), exzellent auch die Ouvertüren von Franz von Suppé und die Aufnahmen mit dem legendären Geiger Julian Olevsky.
Sein Sohn Anthony Rudel ist ein bekannter Produzent klassischer Rundfunk-Musiksendungen und Buchautor ("Imagining Don Giovanni").
Als Julius Rudel das letzte Mal in Japan war, leitete er als zweiter Dirigent neben James Levine das Orchester der Met, bekam aber die besseren Kritiken.
Diesmal kam er mit dem Symphonieorchester der Volksoper Wien. Er hat sein spezielles Fachgebiet, die Wiener Walzer dirigiert, sehr federnd und mit gutem Geschmack, man kann ihm seine 82 Jahre kaum glauben, schließlich hat er in seiner Jugend mit Größen wie Robert Stolz zusammen­gearbeitet.
Ich habe am zweiten und dritten Jänner 2004 das Neujahrskonzert in der Suntory Hall gehört, das für mich sogar noch besser war als das Sylvesterkonzert und habe die Walzer, gestaltet vom honorigen Maestro Julius Rudel, voll genossen, es war einfach ein wunderbares Neujahrsgeschenk!
Das Programm war geprägt von Werken Johann Strauss´ II, beginnend mit Stücken aus der Operette "der Zigeunerbaron". Danach riss
die in einem hochgeschlitzen roten Kleid auftretende Sopranistin Elisabeth Kulman mit der Arie "Heia, heia in den Bergen" aus der Operette "Die Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán das Publikum mit ihrer koketten Ausstrahlung hin.
Es folgte der Walzer "Geschichten aus dem Wienerwald", der träumerisch und mit vielen Echo-Wirkungen in den Wiederholungen dargebracht wurde. Die Fledermaus-Ouvertüre gefiel mir sogar besser als die Interpretation mit den Wiener Philharmonikern unter Carlos Kleiber. Seine Art Walzer zu gestalten ist zwar schwungvoll, aber nur bei Julius Rudel gibt es eine Atmosphäre, die den Musik-Kenner aufs höchste zufrieden stellt!
Mit der Mezzosopran-Arie "Hab' ich nur deine Liebe" aus "Boccaccio"
begeisterte Elisabeth Kulman, diesmal in einem hellblauen, unschuldig wirkenden Kleid, mit faszinierender Gesangstechnik das Publikum.
Ein Höhepunkt des Konzerts war sicher der Walzer "Gold und Silber" von Franz Lehár, der Streicherklang war trotz der nur mittelgroßen Besetzung des Orchesters (10 erste Geigen) kraftvoll rund und ausdrucksvoll, die Tempi wählte der Maestro sehr flexibel, manchmal fast stockend, aber immer sehr homogen und natürlich.
Diese Wiener Walzer, in Japan vom "echten" Maestro des Fachs dirigiert, waren viel besser als das "echte" Neujahrskonzert vom Originalschauplatz Wien, das im Fernsehen übertragen wurde; Ricardo Mutis Interpretation war ziemlich langweilig, z.B. beim Walzer "Accelerationen" - verglichen mit einer jetzt auf CD erhältlichen wunderbaren alten Aufnahme von Knappertsbusch.
Den Ohren des Wiener Publikums ist eben nicht immer zu trauen.... verkehrte, amüsante Welt: Glücklicherweise konnten wir deswegen - obwohl wir in Japan und nicht in Wien sind - die schönste Interpretation der Wiener Walzer mit einem wirklichen Maestro seines Fachs genießen.
Das letzte Stück des Konzertes war "An der schönen, blauen Donau", dieses Stück klang - vielleicht aufgrund der nicht immer optimalen Orchestration - dieses Jahr beim Konzert der Wiener Philharmoniker nicht so überzeugend, doch bei Maestro Rudel war es anders, nämlich hervorragend! Er differenzierte die verschiedenen Walzercharaktere im Donauwalzer, so, wie ich finde, es kein anderer Dirigent außer ihm kann.
Bei den Zugaben sang, nun in einem rosa Kleid, Elisabeth Kulman mit dem Tenor Dietmar Kerschbaum zusammen das Lied "Wien, du Stadt meiner Träume"
voller Gefühl und Sehnsucht, und überraschenderweise plötzlich sogar auf japanisch!
Danach folgte noch der "Banditengalopp", ausgezeichnet interpretiert, so wie der abschließende "Radetzkymarsch": Maestro Rudel dirigierte das Orchester hier fast gar nicht und leitete dafür das Publikum beim Mitklatschen.
Wir wünschen Maestro Rudel, dass er noch so oft nach Japan kommen möge wie Jean Fournet!
Hirokazu Asaoka (Übersetzung: Kota Morikawa/Kurt Hintermayr) - ONGAKUDGENAI Musikzeitschrift Tokio - März 2004

ARCHIV.kulman.info 2004

Elisabeth Kulman - www.kulman.info