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Pressestimmen
Mächtiger Lobgesang nach finsterer Nacht Bachgesellschaft: Der Bachchor und das Mozarteum Orchester mit Mendelssohns Zweiter Symphonie am Donnerstag in der Großen Aula Die stolze Reihe selbstloser "Kunsthilfsaktionen" des amerikanischen Ehepaars Donald und Jeanne Kahn gipfelte bekanntlich in der Umgestaltung der alten Aula Academica zur „Great Hall". Diese Hall verfügt nun nicht nur über einen neuen stechend-weißen "Look", sondern auch über feine akustische Bedingungen, die einen durchsichtigen, niemals trockenen Klang ermöglichen. Freilich nimmt die kahle Frontwand die Ausführenden nicht unbedingt in ein heimeliges Bühnenambiente hinein. Die Ausführenden: Das waren an diesem Konzert der Bachgesellschaft der Salzburger Bachchor und das Mozarteum Orchester. Im Zentrum des Konzerts befand sich die Zweite Symphonie, der "Lobgesang" über Psalmtexte, von Felix Mendelssohn-Bartholdy - eine siebzigminütige symphonische Kantate, die der Chor mit bewundernswerter Standfestigkeit "durchstand". Wolfgang Amadeus Mozarts Te Deum, KV 141, lieferte dafür ein Entrée ab, das sich als ein inhaltlich und musikalisch idealer Vorspann erwies. Egal ob deutsche oder lateinische Sprache, beide Werke huldigen ja dem gleichen Grundgedanken, nämlich dem Lobpreis Gottes. Vier Trompeten verbürgen in Mozarts Jugendwerk einen festlich überschäumenden Gesamtklang, an dem sich der Chor schon für Mendelssohn aufwärmen konnte. Mozarts fulminante Schlussfuge leitete beinahe bruchlos in die Lobgesang-Symphonie über. Deren Beginn bildet eine beinahe halbstündige Sinfonia in der Art barocker Oratorieneinleitungen. Die instrumentale Einleitungsmusik umreißt die zwischen Überschwang und Andacht changierende Grundhaltung des Werkes. Der erste Ausbruch des Chores ("Alles was Odem hat, lobe den Herrn") entwächst einem kurzen Vorspiel und es wirkt fast so, also ob sich der Chor an diesem ekstatischen Preislied gar nicht mehr satt singen kann. Zwischen die großen, von protestantischem Ernst erfüllten Chorsätze sind beschauliche Solistenensembles eingestreut. Das Duett "Ich harrete des Herrn" bescherte den kurzen aber umso stärkeren Auftritt der Mezzosopranistin Elisabeth Kulman. Ihr volltöniges Timbre besitzt die dichte Konsistenz von "Zuckermelasse". Sie schmiegte sich den Melodien an, als wären sie gerade für sie komponiert. Auch der Tenor Johannes Chum überzeugte mit gesanglicher Meisterschaft und sensationeller Wortdeutlichkeit. Mal lauter, mal leiser, mal schwellend, mal gesäuselt, dann wieder unruhig drängend instistierte er unnachahmlich auf der Frage, "ob die Nacht bald hin sei". Verglichen mit solcher Intensität kam das erlösende "Die Nacht ist vergangen" der Sopranistin Mi Hae Park zu flüchtig. Park verschenkte mit purer Lieblichkeit die Tiefe dieser Nacht-Tag-Symbolik, die innerhalb des Ganzen ja die Bedeutung eines inhaltlichen Wendepunktes hat. Erst die nach finsterer Nacht und Orientierungslosigkeit eingetretene Taghelle verleiht dem daraufhin ungehemmt losbrechenden "Lobgesang" des Chores die nötige Strahlkraft. Immer noch höher türmten sich die Klangmassen auf, immer noch engagierter gaben sich die Sänger der Musik und ihrem Dirigenten Alois Glaßner hin. Dieser Chorklang wuchs in seiner außergewöhnlichen Mischung aus Wärme und Substanz auf dem Boden gegenseitiger Sympathie. Auch das Orchester ließ sich davon anstecken und erfüllte Glaßners hochgespannte Tempovorstellung mit technischer Akkuratesse. Stephan Höllwerth - DREHPUNKTKULTUR - 11. Februar 2005

Die Große Aula der Salzburger Universität hat nun ihre musikalische Feuertaufe endgültig bestanden. Am Donnerstag versammelten sich das Mozarteum Orchester, der Salzburger Bachchor und drei Solisten unter der Leitung von Alois Glaßner auf dem - ziemlich engen und für reibungslose Auftritte katastrophal unwegsamen - Podium, um Mozarts jugendliches "Te Deum" und Mendelssohns "Lobgesang"-Symphonie aufzuführen. Die Salzburger Bachgesellschaft, seit Jahrzehnten kontinuierlicher Nutzer der Aula, ehrte damit auch das große Engagement der Mäzene Donald und Jeanne Kahn. Die verbesserte Akustik lässt nun nichts mehr verschwimmen. Sie hat eine trockene Brillanz. Ob in den oberen und hinteren Reihen, die nun deutlich ansteigen, der Klang auch Fülle und Glanz gewinnt, ließ sich von meinem - vorderen - Platz nicht eruieren. Ob sich der Saal für ein groß besetztes (und auch strahlend und laut komponiertes) Chor-Orchesterwerk gut eignet, wird man wohl erst im Vergleich feststellen können. Am 23. März, beispielsweise, wird am selben Ort Bachs Johannespassion in kleiner chorischer Besetzung und mit einem Barockorchester aufgeführt. Da könnte sich die Durchsichtigkeit wieder anders bemerkbar machen. Alois Glaßner jedenfalls, der den allem Anschein nach auch deutlich "renovierten" Salzburger Bachchor (mit vielen neuen Gesichtern) einstudiert hat, achtete auf schlanke Linienführung, präzise, nie harte Intonation und einen insgesamt elastisch-federnden Klang. Die zuweilen massiven Lobesrufe (Alles, was Odem hat, lobe den Herrn) konnte auch er nicht wirklich so bändigen, dass sie Brillanz verströmt hätten. Von den Solisten hat der Mezzosopran (Elisabeth Kulman) eine ruhig-schöne, kleine Aufgabe, die Sopranistin Mi Hae Park ging mit Strahlkraft etwas hart zur Sache. Johannes Chum setzte seinen hellen, gut grundierten Tenor mit großer (Wort-)Deutlichkeit ein. Auch hier galt: Die neue Aula wirkt sehr hellhörig. Karl Harb - SALZBURGER NACHRICHTEN - 12. Februar 2005
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