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Pressestimmen
Die
älteren unter uns werden sich noch an Peter Schreier
als Opernsänger erinnern, der in der Zeit nach Fritz
Wunderlich die Opernszene im Mozartfach dominiert hat.
Seine Interpretationen des Tamino, Ferrando, Belmonte
oder Don Ottavio sind legendär. Unvergesslich und unvergessbar
sind aber auch seine Interpretationen der Tenorpartien
in den Werken von Johann Sebastian Bach und als Liedersänger.
Die Qualität seiner Stimme und Gesangskultur ist in
zahllosen (offiziellen und illegalen) Aufnahmen den
jüngeren Musikliebhabern erhalten. Als Opernsänger hat
er schon vor längerer Zeit Abschied von seinem Publikum
genommen; Liederabende Konzerte hat er bis zuletzt gegeben.
Seit vielen Jahren widmet er sich der Musik auch durchaus
erfolgreich als Dirigent. Sein letzter angekündigter
Auftritt als Sänger war letzten Sonntag in Essen in
einer Aufführung des "Weihnachtsoratorium",
das er als Dirigent leitete und in dem er die Partie
des Evangelisten zum letzten Mal sang. Eine DVD, die
bei dieser Gelegenheit der Öffentlichkeit vorgestellt
wurde, kommt Anfang 2006 in den Handel (leider zu spät
für ein Weihnachtsgeschenk). Den Orchesterpart gestaltete
das Bach Collegium München, die Chorstimmen waren dem
Münchner Bach Chor anvertraut (Hansjörg Albrecht hat
die Leitung dieses unter Karl Richter berühmten Chores
vor drei Monaten übernommen und in dieser Zeit einen
wunder bar transparenten Klangkörper geschaffen). Dem
Anlass entsprechend würdig waren die Solisten. Robert
Holl braucht Musikfreunden nicht vorgestellt zu werden.
Mir fällt gegenwärtig keine bessere Besetzung der Bass-Partien
in Messen und Oratorien ein. Martin Petzold hatte den
schwierigen Part übernommen, nach Peter Schreier die
Tenorarien zu singen, und war dieser Aufgabe durchaus
gewachsen. Sibylla Rubens (Sopran) zeigte mehr als Talent
(wenngleich ich mir manche Höhen glanzvoller vorstellen
kann). Und Elisabeth Kulman bewies einmal mehr, dass
sie neben ihrer Karriere auf der Opernbühne auch eine
hervorragende Konzertsängerin ist, bei der Veranstalter
Schlange stehen sollten. Peter Schreier sang noch
einmal die Worte des Evangelisten und es war ein berührender
Abschied von diesem großartigen Sänger, der letztmalig
einen Beweis seiner Stimmkultur und seiner Stilfestigkeit
zeigte. Es war ein historischer Abend, an dem Alt und
Jung eine ideale Partnerschaft boten. Glücklich, wer
dieses Konzert miterleben durfte. Michael
Koling - YAHOO! GROUP Opernforum - 14. Dezember 2005
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