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Pressestimmen
Jenseits von Toreroplattitüden Kein Postkarten-Spanien in der Wiener Volksoper: Georges Bizets Evergreen
Carmen ist bei Guy Joosten (mit realistischem Bühnenbild von Johannes
Leiacker) im Heute angesiedelt. Die zehn Jahre existierende Inszenierung
förderte bei ihrer Wiederaufnahme manches zutage, was jenseits von Zigeuner- und
Toreroplattitüde angesiedelt ist. Der schillernden Carmen ist Elisabeth Kulman
mehr als gewachsen, sie kann nicht nur stimmlich erotisches Flair versprühen.
Kristiane Kaiser singt die ländlich-sittliche Micaëla sehr hörenswert. Nikolai
Schukoff gibt einen eindrucksvollen Don José, der vor allem durch die Herbheit
der Stimme überzeugt. Berückende Piano-Momente zeigen Zeichen der Sehnsucht und
Resignation. Nikola Mijailovic ist ein Escamillo von Format und Schönklang, er
könnte noch machtvoller auftrumpfen. Es gibt Reibungsflächen, von denen die Oper
lebt. Aus diesen versucht Leopold Hager Feuer zu entfachen, was ihm mit einem
präzise agierenden Chor- und Orchesterensemble meist gelingt. Allerdings muss
sich der Hörer sputen, "Carmen" ist am 16. Dezember für diese Saison schon
wieder abgespielt. Beate
Hennenberg
- DER STANDARD - 8. November 2005

Überzeugende
Elisabeth Kulman Noch vor wenigen Jahren gab Kulman als Mozarts Pamina ihr äußerst erfreuliches
Debüt im Sopranfach an der Volksoper. Inzwischen ist sie in die Mezzolage
gewechselt und überzeugt auch hier stimmlich durchaus. Das kleinere Wiener Opernhaus spielt jedenfalls
Carmen, das
Publikum freut's, und der Volksoper sei es gegönnt. "Ausverkauft" an der Kassa
machte die im Haus aufgehängten Spendenboxen zumindest für diesen Abend weniger
dringlich. Stefan
Musil - DIE PRESSE - 7. November 2005

Stimm-Erotik: Wovon so manch berühmtere Fachkollegin nur träumen
kann, ist ihr ausgeglichener, vollmundiger Mezzosopran. Herzhafter Applaus in der ausverkauften
Volksoper. Markus
Hennerfeind - WIENER ZEITUNG - 7. November 2005

Herausragend, wie es sich gehört, war die Sängerin der Titelrolle: Elisabeth Kulman sang die Carmen ganz ehrlich, mit wunderschöner, ausgeglichener, in allen Lagen klaglos funktionierenden Stimme geschmeidig und gut akzentuiert und spielte sehr natürlich eine sich ihrer Reize ebenso wie ihrer fatalen Beziehung zu José von Anfang an bewusste Frau, die lustvoll und mutig den ihr vorgezeichneten Weg zu Ende geht.
Sieglinde Pfabigan - DER NEUE MERKER - Dezember 2005

"Carmen" ist wieder in der Stadt! Diesmal an der Volksoper. Diese
präsentiert zum ersten Mal in der Saison 2005/06 die
bekannte, effektvolle Guy-Joosten-Inszenierung, eine
fast durchwegs junge Besetzung, die dank guter Sympathiewerte
und teils auch interessanter Gesangsleistungen viel
Zustimmung des Publikums findet. Die
junge Rollendebütantin Elisabeth Kulman, sie erst vor
kurzem ins Mezzofach gewechselt hat, singt die Carmen:
Sie hat die Partie mit großer Sorgfalt gelernt, viele
Feinheiten lassen aufhorchen, ihr schönes Timbre gefällt. Leopold Hager lässt das Orchester kraftvoll aufspielen,
er sorgt für knallige, dramatisch aufgeputschte Momente
und das kommt auch beim Publikum gut an. Olver
A. Láng - NEUE KRONENZEITUNG - 6. November 2005

Die Volksoper hat eine neue Carmen! In der nunmehr zehn Jahre alten
Inszenierung (Premiere war am 20. Dezember 1995) feierte gestern Abend bei
der Wiederaufnahme dieser Produktion (szenisch geleitet von Susanne Sommer)
Elisabeth Kulman ein stimmlich wie darstellerisch grandioses Rollendebüt.
Sie ist eine Sängerin, die nicht nur optisch eine überzeugende Carmen auf
die Bühne stellt, sondern auch hervorragend singt. In ihrer
Interpretation sitzt jede Bewegung und passt jeder Ton. So muss Carmen
über die Bühne kommen. Der Jubel des Publikums war mehr als
berechtigt. Michael
Koling - YAHOO! GROUP Vopera - 5. November 2005

Gestern Abend durfte das Volksopern-Publikum endlich wieder eine Sternstunde erleben. Carmen in neuer und vor
allem was die Titelpartie betrifft hundertprozentig passender Besetzung.
Elisabeth Kulman, die uns
seit nunmehr drei Jahren regelmässig positivst auffällt, feierte gestern Abend
ihr Rollendebüt als Carmen und überzeugte stimmlich wie darstellerisch.
Als
leidenschaftliche, stolze Spanierin, dann wieder fast kühl wirkende
Venusfalle entfachte sie einen erotischen Flächenbrand und eroberte durch
ihren bis in die Tiefe sicher geführten warmen Mezzo, der das Spiel wunderbar
unterstrich, alle Herzen. Diese junge, schöne Frau versteht es, Männer an den
Rand des Wahnsinns zu treiben, ohne dabei billig zu wirken. Schliesslich aber
bringen sie ihr Stolz und ihr Freiheitsdrang zu Fall. Die Geschichte
dieser starken Persönlichkeit in ebendieser Darstellung von Elisabeth Kulman beschert uns eine Carmen in Reinkultur. Ein echtes Ereignis! Verena
Ramsl - YAHOO! GROUP VOpera - 5. November 2005 |