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Pressestimmen
Wenn die Knusperhexe die Geschichte erzählt Mara
Zampieri gab am Mittwoch ihr Volksopern-Debüt in Humperdincks
"Hänsel und Gretel". Wenn die Volksoper von Kindern gestürmt wird, dann ist klar,
dass Weihnachten naht. Denn Humperdincks "Hänsel und Gretel" bleibt ein
Kinder-Klassiker, - auch wenn die Konkurrenz groß ist. "Kino gefällt mir
besser", sagt ein Mädchen in der Pause zu ihrer Mutter. Ohne Anstrengung geht's
also nicht, will man sich das Publikum der Zukunft sichern. Mara Zampieri als
Knusperhexe zu engagieren ist da schon einmal ein guter Anfang. Vokal
überstrahlt sie ohnehin alle anderen, sie artikuliert klar, singt mit
unglaublicher Leichtigkeit. Auch darstellerisch glänzt sie: So verschroben und
hinterlistig wie möglich präsentiert sie die böse Hexe. Ein wunderbar
ungewöhnliches Volksopern-Debüt. A propos klare Artikulation: Die ist bei einem jugendlichen
Publikum besonders wichtig, sonst hapert's mit der Aufmerksamkeit. Zampieri
und Wicus Slabbert (Peter) waren auch in den hinteren Reihen verständlich. Beim
freudigen Lobgesang zum Schluss hatte Slabbert aber wohl doch auch ein weinendes
Auge, - schließlich war es seine Abschiedsvorstellung. Nach Fall des Vorhangs
bekam er die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Volksoper verliehen. Elisabeth Kulman gab einen burschikosen Hänsel, stimmlich
überzeugte sie mit ihrem klaren, schön timbrierten Mezzo. Mit behutsamer
Stimmführung punktet Birgid Steinberger (Sopran) als Gretel, die manchmal etwas
zu verhalten ist. Souverän: Irmgard Vilsmaier als Gertrud, Renée Schüttengruber
als Sandmännchen und Daniela Fally als Taumännchen. Peter Rundel hat das Stück mit dem Volksopern-Orchester
sorgfältig einstudiert, setzt auf Transparenz. Die 20 Jahre alte Inszenierung
von Karl Dönch überzeugt nach wie vor: Knusperhäuschen, Märchenwald, eine lila
Hexe, die auf ihrem Besen durch die Luft zischt, - das fasziniert auch noch
ältere Kinder. Lieblos wirkt dagegen das Programmheft: Bei einem Kinderanteil
von mindestens 75 Prozent sind seitenlange Essays über den Komponisten fehl am
Platz, - da gehören bunte Bilder, Bastelbögen und einfache Texte hinein!
Daniela Tomasovsky - DIE
PRESSE - 23. Dezember 2005

Ein
Abschied in Würde Zu den größten kulturellen
Absurditäten der vergangenen Wochen zählte es, die Volksoper generell infrage zu
stellen. Selbstverständlich braucht die Stadt Wien das Haus am Gürtel. Es ist
ein ideales Familientheater – na ja, es könnte ein solches zumindest viel öfter
sein. Wie etwa in diesen Tagen mit der Wiederaufnahme der mittlerweile 20 Jahre
alten Erfolgsproduktion von Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel". Die
Inszenierung von Karl Dönch ist zeitlos und ästhetisch auch nicht wesentlich
anders als die aktuelle "Zauberflöte". Leider war der südafrikanische Bariton Wicus Slabbert am
Mittwoch zum letzten Mal auf einer Opernbühne (als Peter, der Vater) zu hören:
Er zieht sich nach vielen Volksopern- (und auch Staatsopernjahren) zurück und
wurde von Volksopernchef Rudolf Berger mit der Ehrenmitgliedschaft des Hauses
bedankt. Slabbert hört zu einem Zeitpunkt auf, da seine Stimme noch viele
Qualitäten hat. Was man von Mara Zampieri, der neuen Hexe, eher nicht behaupten
kann. Sowohl Heinz Zednik als auch Adolf Dallapozza sind in dieser Traumpartie
für reife Sänger um Klassen besser. Irmgard Vilsmaier dagegen ist eine richtig böse, nicht sehr
wortdeutliche Gertrud, Birgid Steinberger eine zarte Gretel und Elisabeth Kulman
ein in jeder Hinsicht überzeugender Hänsel. Peter Rundel am Pult des Volksopernorchesters sorgte für Tempo
und viel Dynamik. "Hänsel und Gretel" - immer wieder ein Pflichttermin für
Eltern mit Kindern. Gert Korentschnig
- KURIER - 23. Dezember 2005

Hänsel
und Gretel waren - in der Darstellung und stimmlich
bezaubernd - Elisabeth Kulman und Birgid Steinberger. H.M.
- NEUE KRONENZEITUNG - 23. Dezember 2005

Märchenhaft
schön "Hänsel und Gretel" ist sonderbarerweise untrennbar mit
Weihnachten verbunden. Liegt es an den unschuldigen Kindern oder sind‘s die
Lebkuchen? Ein wahres Fest jedenfalls war die Wiederaufnahme von Engelbert Humperdincks
Kinderoper am Währinger Gürtel. Die Kinderaugen warteten schon ungeduldig auf
Hänsel, Gretel und Hexe, die Erwachsenen erinnerten sich bei der schön
interpretierten Ouvertüre ihrer eigenen Kindheit. Der Vorhang öffnete sich und
enthüllte ein märchenhaftes Bühnenbild (Toni Businger) - ein bescheidenes
Holzhaus, alte Fichten - die Stimmung verhieß von Anfang an spannendes Knistern. Ein fabelhaftes Ensemble beherrschte die Bühne: Wicus Slabbert als Vater
Peter genoss seine (letzte) Rolle in vollen Zügen, Elisabeth Kulman und Birgid
Steinberger als Hänsel und Gretel harmonierten gut – von den Klassikern "Suse,
liebe Suse", "Brüderlein, komm tanz mit mir" bis zum wunderschönen Abendsegen. Im dritten Akt wurde es spannend: "Jetzt kommt gleich die Hexe", flüsterte
ein kleines Mädchen im Parkett. Und sie kam. Mara Zampieri war die "echte"
Knusperhexe - knorrig, bitterböse und herrlich komisch. Einem stimmlichen
Teufelsritt folgte ein wilder Ritt auf dem Besen quer durch den Saal – Alt und
Jung blieb vor Freude der Mund offen stehen. Zampieri sang und spielte mit solchem Feuer – bis sie schließlich selbst in
diesem landete. Ein Freudenfest. Der Kinderopernklassiker begeisterte auch
dieses Jahr. Nach dem ersten Applaus stand die Volksopern-Belegschaft mit
Direktor Rudolf Berger und Bundestheater-Chef Springer auf der Bühne. Nach der
ersten Irritation war klar: Wicus Slabbert, gerade noch Vater von Hänsel und
Gretel, bekam die Ehrenmitgliedschaft der Volksoper verliehen und beendete mit
seiner Lieblingsrolle seine Karriere. Nach Bergers langer Rede wetzten die
Kinder schon ungeduldig auf ihren Sitzen, die Erwachsenen verabschiedeten den
Kammersänger aber mit stehenden Ovationen. Mit Melodien im Ohr ging es hinaus in
die kalte Nacht. Julia
Urbanek - WIENER ZEITUNG - 23. Dezember 2005

Besucht: 27. Dezember 2005 Resumé:
Eine hervorragende Aufführung Kindertauglich: JA Liebevoll und klassisch inszeniert wirkt die Aufführung in der Volksoper Wien,
die am 1. Dezember 1985 ihre Premiere feierte. Neben dem bezaubernden Bühnenbild
ist besonders der Hexenritt aus dem dritten Bild einen euphorischen Applaus
wert. Fliegt doch die Hexe quer durch den Zuschauerraum und regt die Kinder zu
wahren Begeisterungsstürmen an. Die Besetzung glänzt durch
Textverständlichkeit und Spielfreude. Ein Aspekt, der besonders beim jungen
Publikum wesentlich scheint. Liebevolle Kostüme und das märchenhaft romantische
Bühnenbild verleihen der Oper ihren typischen Glanz. Doch auch der
Opernkenner kommt hier auf seine Rechnung, denn die Leistung des Orchesters und
der Solisten ist ein Kunstgenuss erster Güte. Andreas
Brixler - HAENSEL-UND-GRETEL.MUSIK-THEATER.COM - Dezember
2005

Wirklich zu feiern gab es an diesem Abend das mehr als
geglückte Debüt von Elisabeth Kulman als Hänsel. Hatte Kulman doch vor fünf
Tagen erst eine der drei Damen in der Zauberflöten-Premiere bravurös hinter
sich gebracht, steht sie nun in ganz konträrer Geste als Junge gekonnt
burschikos, tollpatschig, verspielt und in wortdeutlicher Mezzostimme ihrer
ebenso wunderbaren Gretel Birgid Steinberger entzückend zur
Seite. Verena
Ramsl - YAHOO! GROUP VOpera - 22. Dezember 2005
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