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Oper

Alessandro Scarlatti: Telemaco

Ort
Schwetzinger Festspiele - Rokokotheater

Termine
Freitag, 29. April 2005 - 19.30 Uhr (Premiere, Rollendebüt)
Sonntag, 1. Mai 2005 - 19.30 Uhr
Dienstag, 3. Mai 2005 - 19.30 Uhr
Donnerstag,
5. Mai 2005 - 19.30 Uhr

Werkeinführung: jeweils 18.45 Uhr

Radio-TIPP

Radio SWR2 überträgt die Aufführung am 1. Mai 2005 live um 20.04 (bis 23.00) Uhr.

Weitere Übertragungen:
21. Mai 2005, 20.04-23.00 Uhr - SR2 Kulturradio
28. Mai 2005, 19.00-23.00 Uhr - P2 (Dänemark)
11. Juni 2005, 19.05-22.00 Uhr - Deutschlandradio Kultur
11. Juni 2005, 19.30-23.00 Uhr - MDR Figaro
11. Juni 2005, 19.40-23.00 Uhr - Polskie Radio Dwójka - Program (Polen)
30. Juni 2005, 10.05-11.40 Uhr - Ö1 (Ausschnitte)
3. August 2005, 18.06 Uhr - Bayern 4 Klassik
17. September 2005, 19.30-23.00 Uhr - P2 (Dänemark)
15. Oktober 2005, 1.30 p.m. - CBC Radio Two (Kanada)
4. November 2005, 18.06 - Bayern 4 Klassik
usw.

Hinweis: Die meisten Rundfunkanbieter haben auch einen Internet-Live-Stream-Service. Gehen Sie hierfür auf die jeweilige Homepage.

Besetzung
Calipso: Johanna Stojkovic
Antiope (Erifile): Elisabeth Kulman
Telemaco: Corby Welch
Adrasto: Mariselle Martinez
Sicoreo: Gunther Schmid
Mentore/Nettuno/Geist: Kresimir Spicer
Tersite: Andreas Winkler
Silvina: Netta Or
Minerva: Sylvia Hamvasi

Balthasar-Neumann-Ensemble

Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock
Inszenierung: Lukas Hemleb
Bühnenbild: Jane Joyet
Kostüme: Julie Scobeltzine
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr

Programm
Alessandro Scarlatti (1660 - 1725): Telemaco
Melodramma in tre atti von Carlo Sigismondo Capece

Text
Die Oper "Telemaco" von Alessandro Scarlatti, eine der schönsten und erfolgreichsten Opern des barocken Meisters, erlebt ihre deutsche Erstaufführung bei den Schwetzinger Festspielen. Unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock, der das Werk in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien entdeckt und neu redigiert hat, zaubert das Balthasar-Neumann-Ensemble auf historischen Instrumenten prächtige Farben für das barocke Musiktheater. Für die Inszenierung zeichnet Lukas Hemleb verantwortlich, der letztes Jahr am Wiener Burgtheater in "Nathan der Weise" mit Klaus Maria Brandauer äußerst erfolgreich Regie führte.
Elisabeth Kulman singt die Rolle der Erifile, die nach Liebeswirren und Intrigen letztendlich mit ihrem Telemaco vereint wird.

"Homer beschreibt in seiner Odyssee die Abenteuer Telemacos und die seines Vaters Odysseus. Daraus wurde das Thema dieser Oper entnommen. Hinzugefügt wird jene Geschichte des hochgeschätzten Autors, dass Telemaco von Minerva dazu bestimmt wurde, Antiope, die Tochter des Idomeneus zu heiraten, und dass er sich, als er ihr im Reich der Calipso unter dem Namen Erifile begegnet, in sie verliebt, ohne sie zu kennen. Des weiteren, wie sich Calipso selbst in ihn verliebt, obwohl sie von ihrem Vater Atlante dem Adrasto, Fürst von Korinth, versprochen wurde. In der Opernhandlung wird die Figur des Sicoreo eingeführt, ebenfalls ein Sohn des Atlante, der, um die Handlung vielfältiger zu gestalten, als Verehrer der Antiope fungiert, die er zur Sklavin gemacht hat. Hiervon gehen die Ereignisse, die im Verlauf des Dramas zu sehen sind, aus."

Der Librettist Carlo Sigismondo Capece, der im Vorwort seines Librettos zu "Telemaco" diese Inhaltsangabe lieferte, zählt zu den bedeutendsten Literaten, die an der Wende zum 18. Jahrhundert in Rom wirkten. Bei den Schwetzinger Festspielen 2003 war von ihm bereits Ignaz Holzbauers "Il figlio delle selve" zu sehen. "Telemaco" ist Capeces letztes Werk für Musiktheater, das mit der Musik Alessandro Scarlattis während der Karnevalsaison 1718 im römischen Teatro Capranica uraufgeführt wurde.

Alessandro Scarlatti, der sich nach einem meteorhaften Aufstieg in Rom Zeit seines Lebens eines ausgezeichneten Rufes erfreute, wurde für seine großen Verdienste 1715 gar zum Ritter geschlagen und gilt bis heute als dominierende Persönlichkeit des italienischen Hochbarock. Der "Cavaliere" schrieb eine große Anzahl von Werken aller Gattungen; unter seinen 114 Opern ist "Telemaco" die drittletzte und wird stets als das gelungenste Werk seiner späten Opernschaffensphase angesehen. Dennoch ist sie - anders als andere Opern Scarlattis wie "Griselda" oder "Il Mitridate Eupatore" - seit langem nicht mehr gespielt worden.
Für die Neuinszenierung bei den Schwetzinger Festspielen 2005 wurde "Telemaco" nun neu ediert und erlebt dort die deutsche Erstaufführung.

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Koproduktion der Schwetzinger Festspiele GmbH mit der Deutschen Oper am Rhein, Theatergemeinschaft Düsseldorf-Duisburg GmbH.

Links
Balthasar-Neumann-Ensemble: www.kulturprojekte.com
Karten zwischen € 20,- und 130,- unter:
Schwetzinger Festspiele: www.schwetzinger-festspiele.de
SWR 2 (Radio):
www.swr.de/swr2/

 

Alessandro Scarlatti (1660-1725)

Alessandro Scarlatti
(1660 - 1725)

 

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Presse

 

  Elisabeth Kulman als Erifile

Elisabeth Kulman als Erifile
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 Thomas Hengelbrock - Musikalische Leitung

Thomas Hengelbrock - Musikalische Leitung

 

  Lukas Hemleb - Inszenierung

Lukas Hemleb - Inszenierung

 

Balthasar-Neumann-Ensemble

Balthasar-Neumann-Ensemble

Pressestimmen

Die Produktion wurde in der Fachzeitschrift Die Opernwelt sechs Mal als "Wiederentdeckung des Jahres 2005" genannt.

Barockes Juwel
Eine mitreißende Scarlatti-Ausgrabung
Kaum 290 Jahre nach der Uraufführung gabs zur Eröffnung der Schwetzinger Festspiele Alessandro Scarlattis Oper "Telemaco" als deutsche Erstaufführung.
Dieser Alessandro Scarlatti (1660-1735) instrumentierte mit überbordender Fantasie. In seiner Oper "Telemaco" ist jede Arie ein Juwel! ... Der Dirigent Thomas Hengelbrock hat die Oper ausgegraben und eine eigene Fassung erstellt. Er entfesselte eine Musik, dass einem vor Aufregung der Atem stockte. Schnelle Tempi, differenzierte Dynamik, dramatische Impulse, elegische Momente: Sein Balthasar-Neumann-Ensemble spielte das Publikum schwindelig. Kräftig packte Hengelbrock zu, arbeitete die raffinierten Klangschattierungen Scarlattis heraus, ermöglichte seinem exquisiten Sängerensemble zu glänzen.
Star des Abends war die junge österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman als Erifile: Sie führte ihre warm und weich timbrierte Stimme geschmeidig durch alle Lagen. Zudem ist sie absolut stilsicher im Barockgesang und eine bemerkenswert gute Schauspielerin. Ihr Telemaco, der amerikanische Tenor Corby Welch, war nach Anfangsschwierigkeiten ein kerniger Held mit schmiegsamer Stimme, sicher in den Höhen. Als Kalypso glänzte die gebürtige Passauerin Johanna Stojkovic mit halsbrecherischen Koloraturen.
Für die Inszenierung zeichnete Lukas Hemleb verantwortlich. Er beschränkte sich im ersten Teil darauf, die hochästhetische, an barocke Techniken - mit transparenten Hänge-Prospekten (Meeresbrandung, Höhlenschlund, Wald) - sich orientierenden Bühnenbilder Jane Joyets dekorativ mit den Protagonisten zu schmücken. Nach der Pause setzte er stärker aufs psychologische Spiel. Das klappte vorzüglich, und das von Scarlatti hingerissene Publikum zeigte sich im Rokokotheater begeistert.
Thomas Rothkegel - HEIDENHEIMER ZEITUNG - 2. Mai 2005

Der Regisseur hat eine der stärksten Passagen des "Telemaco" direkt vor die Pause gesetzt und damit den Dreiakter (1718, Libretto: Capece) plausibel zum Zweiakter umgemodelt. Überhaupt: Es ist eine größtenteils prickelnde Produktion, die Schwetzingen bietet: Dank Scarlattis immer wieder frappanter Musik, Dank ihrer Interpretation durch Thomas Hengelbrock, das Balthasar-Neumann-Ensemble und die Sänger, Dank einer klugen Dramaturgie, die zwischen ernsthafter Heroik und spaßiger Komik changiert, schließlich Dank einer präzisen Personenführung, die die Liebesgeometrie des Werks konsequent und klar, mitunter - zugegeben - auch ein wenig plakativ nachzeichnet. Elisabeth Kulmans Antiope (Erifile) etwa. Sie hält die Balance zwischen strahlender Klarheit und nachdrücklicher Expressivität in allen Registern auf höchster Kultur (wunderbar die c-Moll-Arie "Lasciami piangere"). Die beiden Altstimmen, Mariselle Martinez (Adrasto) und Gunther Schmid (Sicoreo), beeindrucken mit einer ungeheuer perfekten und virtuosen Koloraturtechnik. Johanna Stojkovics Calipso klingt in der unteren und mittleren Tessitura kräftig und schön. In der Höhe neigt ihre Stimme zu leichter Schärfe. Corby Welch (Telemaco) und Kresimir Spicer (Mentore, Nettuno, Geist) sind hervorragende Sänger mit messerscharfen Non-legato-Koloraturen. Ihr Stimmmaterial selbst klingt dabei vielleicht etwas matt. Der Thrill ist da. Dramaturgisch. Musikalisch. Was für eine Neuentdeckung für die Opernbühne!
S.M. Dettlinger - MANNHEIMER MORGEN - 2. Mai 2005

... Denn das Wesentliche in der Eröffnungspremiere der Schwetzinger Festspiele war die Musik. Thomas Hengelbrock hat die Quellen von Scarlattis "Telemaco" durchforstet, hat das Stück neu herausgegeben und steht außerdem im Rokokotheater als Dirigent vor seinem Balthasar-Neumann-Ensemble. Liebevoll bemüht er sich um die Details, die Scarlattis Partitur so lebendig und so theatralisch wirken lassen: klangfarbliche Schattierungen und feine, schmiegsame, spieltechnisch oft artistisch umgesetzte instrumentale Motive, die den Text begleiten und deuten.
Die Musik des "Telemaco" ist durch und durch dramatisch, und sie ist durch und durch emotional. Alessandro Scarlatti, Lehrer Händels, Komponist von weit mehr als einhundert Opern und trotzdem (oder gerade deshalb?) ein notorisch unterschätzter Komponist, wäre eine breitere Renaissance wirklich wert.
Das machen auch die Sänger hörbar, unter denen sich exzellente befinden:
die ganz eben, kraftvoll und intensiv singende Elisabeth Kulman (Erifile) zum Beispiel, die ihr Singen oft bis in Bereiche des kaum mehr Hörbaren hineinführt, dann Mariselle Martinez, die in der Hosenrolle des Adrasto aus einer vollen Tiefe schöpfen kann und dabei noch wunderschön klare Koloraturen produziert; sogar Johanna Stojkovic singt die Calipso trotz reklamierter Indisposition auf beachtlichem Niveau.
Susanne Benda - STUTTGARTER NACHRICHTEN - 2. Mai 2005

Scarlattis Musik sprengt keine Schablonen, sondern erfüllt sie - das allerdings mit äußerster Genialität, Nuancenreichtum und seelenzeichnender Finesse. Wenn aber Scarlatti den Rahmen überschreitet, etwa im Quartett des dritten Akts, öffnen sich erstaunliche Perspektiven bis zu den Handlungsensembles Mozarts. ... Dass die Eifersuchtsnacht der langen Messer - die Klingen liegen an den Kehlen der Konkurrenten - ins Komische kippt, ist ein Symptom: Am besten gelingen Hemleb die Parts der Komiker Silvina und Tersites mit dem neapolitanischen Witz ihrer Duette (Netta Or und Andreas Winkler - beide sängerisch gut, aber darstellerisch besser). Sie gestikulieren aus der Wahrheit der Gefühle jene des Sexus heraus, dürfen gar das Opferritual auf dem Eisenschragen aus irgendeiner Sterbeklinik als Rotwein-Aufguss parodieren, und wenn Tersites nach der sehr körperlichen Seelenmassage Silvinas als "Rovinato" abtänzelt, geht Commedia in beste Comedy über.
Aber es spielt nicht die Inszenierung, sondern die Musik die erste Schwetzinger Geige - und das mit glänzender Bravour. Thomas Hengelbrock bleibt mit seinem Balthasar-Neumann-Ensemble Scarlattis Feuer keinen Funken schuldig. Mit größtem Elan und schönster Eleganz, mit unendlicher Sensibilität im Elegischen und dramatischer Verve im Heroischen werden alle Facetten der genialen Komposition ausgeleuchtet. Solchem Idealschnitt von federnder Transparenz, luminoser Klangfülle und sehniger Kraft tun einige wenige Fehleinsätze und Disintonationen nicht den geringsten Abbruch: Die dreieinhalbstündige (und immer noch stark gekürzte) Aufführung geht gerade nicht als Monoton-Lauf, sondern als vor Spannung pulsierendes Affekt-Jogging über die Gehörbühne.
Koloraturenglanz im Glitzergewand
Und dazu wird oftmals brillant gesungen;
am brillantesten von Elisabeth Kulman, deren superb beweglicher und farbintensiver Mezzo einer zu tiefem Ausdruck fähigen Antiope gebührendes Stimmrecht verleiht, aber auch von Johanna Stojkovic als Koloraturakrobatin Calipso im schwarzen Glitzerkostüm, die nur in höchster Lage die Strahlkraft ihres Herrscherinnenorgans etwas forciert. Dagegen kommen Gunther Schmids Sicoreo und sein gut geführter, aber klangblasser Altus nicht an, wohl aber die satte Tiefe, klare Höhe und expressive Linie der Mezzosopranistin Mariselle Martinez in der Hosenrolle des Adrasto. Kresimir Spicer, der krankheitshalber an den Endproben nicht teilnehmen konnte, verrutschen einige Koloraturen und ein Schlusston, dennoch gelingt ihm ein markant markiges Porträt der eminent schweren Rolle des Mentore. Corby Welch singt den bärtigen Seebären Telemaco mit geschmeidigem Tenor, wobei ihm schon einzelne Kontur- und Intonationstrübungen unterlaufen.
Insgesamt aber ist die Aufführung ein großartiges musikalisches Plädoyer für den alten Scarlatti, der nicht weniger neue Aufmerksamkeit verdiente als Händel oder Vivaldi.

Martin Mezger - ESSLINGER ZEITUNG - 1. Mai 2005

Barocker Opernthriller
Zu berichten ist über eine restlos begeisternde Entdeckung: Alessandro Scarlattis "Telemaco". Die deutsche Erstaufführung dieses authentischen Gipfelwerks der Gattung Barockoper gab – 287 Jahre nach dessen Entstehung – den Auftakt zu den Schwetzinger Festspielen. Mit ihrer Stückwahl haben die künstlerisch Verantwortlichen des Festivals diesmal eine äußerst glückliche Hand bei ihrer Repertoire-Wahl gezeigt. ...
Das Wichtige freilich ist die Musik, die im Zeichen von Inspiration und erhabenem Pathos von antiker Größe steht und eindeutig die Handschrift des Bühnenkomponisten im großen Stil offenbart. Sie zieht den Zuhörer unmittelbar in ihren Bann durch die dramatische Verve der Komposition, ihre lapidare Diktion, ihren beglückenden Melodienreichtum und ihre harmonischen Feinheiten, die Vielfalt der Charaktere in den exquisiten da capo-Arien und nicht zuletzt durch die Farbenpracht des außerordentlich kunstvoll konzipierten, dichten, kontrapunktisch durchstrukturierten Orchestersatzes.
An einige großartige Höhepunkte sei ausdrücklich erinnert. Gemeint sind zunächst der stockende, beklommene Gesang der über die Verwüstung durch den vom Meeresgott Poseidon entfachten Sturm entrüsteten Kalypso in gleichsam stammelndem staccato im ersten Bild und die spannungsgeladene, klanglich überwältigende Geisterszene, in der sie den Schatten des Atlas, ihres Vaters, beschwört. Das sind frühe Sternstunden der dramatischen Musik. Den Gegenpol bilden die geradezu vorimpressionistische Klangmalerei, die das idyllische Bild wieder friedlicher Natur nach dem Sturm beschwört, und die bewegende Lyrik der Arie
Lasciami piangere (lass mich weinen) der Antiope (die in der Oper inkognito als Sklavin Erifile Kalypso dient). Dabei handelt es sich um ein Parallelstück zu Lascia ch’io pianga aus Händels Rinaldo. Schließlich darf das c-Moll-Quartett gegen Ende der Oper – ein Stück, das auch Händel und Gluck, sogar Mozart zur Ehre gereicht hätte – als Vorahnung des Idomeneo-Quartetts angesehen werden.
Bei Thomas Hengelbrock und seinem Balthasar-Neumann-Ensemble war Scarlattis meisterliche Partitur in hoch kompetenten Händen. Gespielt wurde stets akzent- und kontrastfreudig, mit hinreißend vitalem Drive und affektgeladenem Impuls. Zudem profilierten sich Dirigent und Orchester auch diesmal als Barock-Stilisten von hohen Graden, mit überaus sensiblem Gespür für Feinheiten der Artikulation und Farbgebung.
Lukas Hemleb inszenierte im Wesentlichen am Text entlang – wobei vorsichtige Annäherungen an moderne Regietendenzen das Liebes- und Ränkespiel mythologischer Götter, Helden und Herrscher und den pathetischen Gestus der Vorlage in verspielter Attitüde mit Anführungs- und Fragezeichen versahen. Deftigkeiten freilich versagte sich seine an sich gezielte, stilisierte, Ausdrucksgestik und Körpersprache fordernde Personenführung keineswegs, und unfreiwillige Situationskomik konnte mitunter auch nicht vermieden werden. Mit optisch reizvollen Spiegel- und Lichteffekten, dem Spiel sich unentwegt bewegender, Meerespanoramen, antikisierende Architekturfragmente, Küsten- und Waldlandschaften darstellender Leinwände huldigte Jane Joyets Bühnenbild dem barocken Märchen- und Maschinentheater und vermochte dabei auch ästhetische Akzente zu setzen.
Aus dem durchweg kultivierten, im barocken Ziergesang sehr versierten Ensemble ragten die höchst einfühlsam gestaltende, mit kostbarem Timbre singende Elisabeth Kulman und die stimmgewaltige Mariselle Martinez mit ihrem herrlichen Mezzo heraus. Johanna Stojkovic, einer Virtuosin des Koloraturgesangs von dramatischer Präsenz, kostete das Spitzenregister hörbar Anstrengung und einige schrille Töne; und der Tenor des an sich sehr soliden Titeldarstellers Corby Welch klang immer wieder kehlig und zu offen. Ansprechende Leistungen von Kresimir Spicer, dem Altus Gunther Schmid und dem sängerisch und darstellerisch gewandten Buffo-Paar, Netta Or und Andreas Winkler. Zuverlässig Sylvia Hamvasi.
G
ábor Halász - KLASSIK-HEUTE.DE - 23. Mai 2005

Erotischer Reigen, sadomasochistisch zugespitzt
Thomas Hengelbrock dirigiert Alessandro Scarlattis Barockoper "Telemaco" zum Auftakt der Schwetzinger Festspiele
Unwetter haben Tradition in der vierhundertjährigen Geschichte der abendländischen Oper. Nicht selten entladen sie sich musikalisch gleich in der Ouvertüre und entpuppen sich danach nicht nur als tobende Naturgewalten, sondern zugleich als aufgewühlt-aufwühlende Seelenzustände. Auch Alessandro Scarlattis dreiaktiges Melodramma "Telemaco" hebt mit einem Seesturm an, der eine solche Doppelfunktion erfüllt. Thomas Hengelbrock, der jetzt zum Auftakt der Schwetzinger Festspiele im dortigen Rokokotheater die deutsche Erstaufführungsserie der vor 288 Jahren komponierten Oper dirigierte, entfesselte die aufbrausenden Energien dieses Orkans zunächst im Orchestergraben. Mit Elan stürzt sich das "historisch" musizierende Balthasar-Neumann-Ensemble in die pralle, hochbarocke Klangpracht der eröffnenden Sinfonia, die auch heute noch taufrisch anmutet, wenn sie so packend und quirlig vital präsentiert wird.
Auf der von Jane Joyet ausgestatteten Bühne stellt sich dann alsbald heraus, warum uns hier ein so heftiger Wind ins Gesicht bläst. Neptun persönlich hat ihn entfacht. Stinksauer steigt er aus den Meeresfluten, schwingt drohend seinen Dreizack und schimpft bassmächtig auf die Götter, die Odysseus den Sieg über Troja geschenkt haben. Wenn er dem schon nichts anhaben kann, möchte er wenigstens dessen Sohn Telemaco drankriegen. Kresimir Spicer, der später noch als schauriger Geist und als väterlicher Mentor Telemacos auftritt, zelebriert all das mit satter, virtuos beweglicher Stimme. Tatsächlich setzt der Sturm dem Titelhelden übel zu. Auch die vom Himmel schwebende Minerva (Sylvia Hamvasi) kann Neptun nicht besänftigen.
Telemaco (Corby Welch mit souverän präsentem, koloraturensicherem Bariton) erleidet Schiffbruch und wird an den Strand von Calipsos Zauberinsel geworfen, wo er sich in deren Sklavin Erifile (
feurig-lasziv: Elisabeth Kulman) verliebt. Doch auch Calipso (Johanna Stojkovic als hysterisch-gespreizte Femme fatale) möchte dem Fremdling an die Wäsche (Kostüme: Julie Scobeltzine). Dass Fürst Adrasto (Mariselle Martinez mit machtvollem Alt) hinter Calipso her ist und deren Bruder Sicoreo (Gunther Schmid, ein brillanter Countertenor, dem jedoch Volumen und Attacke fehlen) auf Erifile steht, macht die Sache nicht einfacher, zumal es noch eine derbe Nebenhandlung gibt, in der die dralle Dienerin Silvina (Netta Or mit frechen Lockenzöpfchen) ihren feuchtfröhlichen Liebhaber Tersite (köstlich chargierend: Andreas Winkler) zappeln lässt.
Lukas Hemleb hat die verwickelte Geschichte subtil als erotischen Reigen inszeniert, der sich sadomasochistisch zuspitzt, bis Telemaco in einer düsteren Opferszene gemeuchelt werden soll. Xavier Barons Lichtregie führt hier ein bedrohliches Höllenlabor vor Augen, das freilich vorweg von einem deftigen Duett des Dienerpaars zu neckischen Fesselungsspielchen auf einem Operationstisch bereits parodiert wird.
Scarlatti hat diese barocke Version von "Sex and the City" in berauschende klangliche Wechselbäder der Gefühle getaucht. Am Ende erpressen sich zwei verschmähte Liebende gegenseitig, indem sie ihren Opfern das Messer an die Kehle setzen, und die Musik lässt dazu in einem ergreifenden Quartett die Zeit stillstehen - eine grandiose Steigerung nach einer mehr als dreistündigen Abfolge von Arien, Rezitativen und packenden Accompagnati, die wie im Fluge vergeht, wenn so beseelt, farbreich und mitreißend musiziert wird wie in Schwetzingen.
Immer wieder staunt man über Scarlattis Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und Formen.
Erifiles Arie "Lascia mi piangere" ist als erschütterndes Lamento ein Hit, von dem Händel nicht wenig profitert hat. Und lange vor Mozart und Rossini bezaubert da bereits ein Buffa-Plapperton, der die tragisch-überdrehte, narzisstische Selbstbespiegelung der adligen Protagonisten wirkungsvoll konterkariert. So sollte nicht verwundern, wenn "Telemaco" nach dieser fulminanten Koproduktion mit der Deutschen Oper am Rhein den Weg auch auf andere Bühnen findet.
Werner Müller-Grimmel - STUTTGARTER ZEITUNG - 2. Mai 2005

... Scarlatti hat dazu eine großartige, lebendige Musik geschrieben, bei der eine Art Instrumentalisierung der Gesangslinien, eine erstaunliche Tiefe der Empfindung bei Verzicht auf allzu viel Verzierungen auffallen, auch die Vielgestaltigkeit der Rezitative.
Hengelbrock und sein Orchester mit Originalinstrumenten sind brillante Interpreten, zupackend oder sanft, belebend frisch und intensiv zugleich. Entsprechend lebendig, auch differenziert wurde gesungen. Das gilt besonders für die Damen,
voran Elisabeth Kulman (Erifile) mit weichem, wunderschönem Timbre, aber auch Johanna Stojkovic, eine «minoische» Calipso mit reicher Affektdarstellung, Mariselle Martinez (Mezzo) als nachdrücklich-fülliger Adrasto oder Netta Or (Silvina) als kecke Partnerin des nicht weniger beweglichen Tersite, der eine bravouröse Tango-Parodie hinlegte. Ausdrucksvoll der Telemaco von Corby Welch (Tenor), wenn auch bisweilen ungenau intonierend. Dazu Kresimir Spicer rau und herzlich als Telemacos Mentor und nicht allzu fürchterlicher Nettuno sowie der Altist Gunther Schmid als etwas neutraler Sicoreo. Hinreißend dafür das Bühnenbild von Jane Joyet mit seinen raffinierten Lichtspielen, den weiten Ausblicken und den transparent oder bemalten beweglichen Prospekten, die stimmungstiefe Szenen, ja Labyrinthe schufen. Zauberischer geht es kaum mehr. Ein glänzender Festspiel-Auftakt. Viel Beifall.
Rudolf Jöckle - FRANKFURTER NEUE PRESSE - 3. Mai 2005

114 Opern hat Alessandro Scarlatti, der erfolgreichste Komponist des Hochbarock, geschrieben. "Telemaco" war seine drittletzte und erlebte erst jetzt bei der Eröffnung der Schwetzinger Festspiele ihre deutsche Erstaufführung. Zur späten Geburt verhalfen dem Werk das glanzvoll aufspielende Balthasar Neumann-Ensemble unter seinem wagemutigen Dirigenten Thomas Hengelbrock und einige Starsolisten. ... Dafür aber war das Fest der Stimmen umso gigantischer, das "dramma per musica", das sich wie fast jede italienische Oper mit griechischer Mythologie und ihren "Affekten" befasst, einfach mitreißend, weil einen die Stimmen mitrissen: Johanna Stojkovic als Calipso, fast eine Vorwegnahme der "Königin der Nacht" mit ihren flüssigen Koloraturen und Trillern, Elisabeth Kulman als Antiope mit klangsüßem, hochbeweglichen Mezzo, Mariselle Martinez als Adrasto, deren expressiver Alt mit reizvollen Kontrasten und dramatisch aufgerauten Rezitativen bestach.
Einer jeden Figur schenkte der wunderbare, in der Tat viel zu selten gespielte Scarlatti im "Telemaco" mindestens eine charakteristische, unglaublich dynamische Arie. Es war ein Wunschkonzert der hochkarätigsten Art, zu dem natürlich auch der Reigen der differenziert timbrierten Männerstimmen beitrug: Corby Welch als Telemaco mit höhensicherem noblen Tenor, Countertenor Gunther Schmid als von Antiope verschmähter Liebhaber in seiner Expressivität und deklamatorischen Findigkeit bei den Rezitativen ebenso beeindruckend wie in seinen melancholisch grundierten Gesängen, Kresimir Spicer als Telemac-Gefährte Sicoreo, aber auch als Neptun, mit seinem heldischen getönten Bass alle Fährnisse seiner hochkomplizierten rasanten Arien umschiffend.
Andreas Winkler und Netta Or als das Dienerpaar Tersite und Silvina boten dagegen mit ihren komischen Intermezzi souverän jene buffonesken Tönungen, die sich dann auch in Mozart-Opern etablierten.
Gabriele Weingartner - WIESBADENER TAGBLATT - 2. Mai 2005

Trotz Sparauflagen haben die Schwetzinger Festspiele zum Auftakt den ersten Teil ihrer Programmausrichtung begeisternd erfüllt. Als Ausgrabung präsentierten sie in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Rheinoper fast 300 Jahre nach der erfolgreichen Uraufführung Alessandro Scarlattis Oper "Telemaco" einem enthusiasmierten Publikum. ... Für das Schwetzinger Rokokotheater hat Thomas Hengelbrock das Werk ausgegraben und herausgegeben. Er ist der Spiritus rector der trotz kräftiger Striche rund dreieinviertelstündigen Aufführung. Am Pult des auf historischen Instrumenten spielenden Balthasar-Neumann Ensembles ist er Garant für ein sehr differenziertes Musizieren, das nie den Eindruck von Langeweile aufkommen lässt. Seine Musiker, die in manchen Bläserpassagen den raschen Tempi Hengelbrocks ebenso wie den Anforderungen Scarlattis Tribut zollen müssen, sind ihm dabei temperamentvolle Helfer. Dass "Telemaco" musikalisch so überzeugend gerät, liegt aber auch an der homogenen Sängerbesetzung. Johanna Stojkovic gibt der verliebt-verletzten Calipso mit virtuosen Koloraturkaskaden Kontur, stimmlich und gestalterisch weicher begeistert Elisabeth Kulman als Antiope, während der Tenor Corby Welchs in der Titelpartie mehr durch Ausdruckskraft denn Stimmschönheit überzeugt. Der Altist Gunther Schmid bestach durch seine virtuosen Verziehrungen als Sicoreo, als Adrasto bewies Mariselle Martinez Steigerungsvermögen. Von der angesagten Indisposition war bei dem variablen Bass von Kresimir Spicer (Neptuno/Mentore/Geist) höchstens eine leichte Rauheit zu spüren.
Thomas Weiss - PFORZHEIMER ZEITUNG - 2. Mai 2005

... Telemaco liebt Erifile (Elisabeth Kulman). Ihr überzeugter Mezzosopran beherrscht die Szene. Sie ist eigentlich Antiope, die Telemach verschprochen wurde und sich erst zum Schluss in eindrucksvollen Arien zu erkennen gibt.
Gerlinde Szelpal - SCHWETZINGER ZEITUNG - 2. Mai 2005

... Selbstredend braucht man für solche Musik Spezialisten, am Pult wie im Graben. Und mit Thomas Hengelbrock und seinem Balthasar-Neumann-Ensemble hat man diese in Schwetzingen schon längst gefunden. Es ist dem Engagement und der Begeisterungsfähigkeit der Musiker zu danken, dass wir die ganze Pracht, das ganze Ausdrucksspektrum zwischen verzweifelter Liebe, hasserfüllter Rache und geradezu unmenschlicher, weil von den Göttern erzwungener Glückseligkeit fast schon körperlch nachvollziehen können. Auch das Sängerensemble der Schwetzinger Premiere überzeugte voll und ganz. Mit Johanna Stojkovic (Calipso) und Elisabeth Kulman (Erifile) stellten die Frauenstimmen sicherlich die Spitzenkräfte, ohne dass dabei Corby Welch in der Titelrolle, der Countertenor Gunther Schmid (Sicoreo) und Kresimir Spicer als Mentore vergessen werden dürften.
Frank Pommer - RHEINPFALZ - 2. Mai 2005

Brandneue Barockmusik
... Das Regiekonzept von Lukas Hemleb folgt Handlung und Musik mit kluger Dosierung: dementsprechend sparsam, aber höchst wirkungsvoll hat Jane Joyet die Bühne möbliert: Klare, geometrische Formen als Kontrast zu Gefühlsdickicht und Mesalliancen. Eine flache Treppe für die optische Raumaufteilung, eine nach hinten aufgefächerte Bühne für die inhaltlichen Ebenen, und  dazu szenenweise ein Spiegel, der die Aura des Schwetzinger Rokokotheaters in den Saal zurückwirft - wenige gezielte Handgriffe reichen aus, um im Wechselspiel mit gekonnten Lichteffekten (Xavier Baron) viel Atmosphäre zu schaffen; die Kostüme (Julie Scolbeltzine) fügen sich nahtlos in dieses Bild.
Ebenso schnörkellos kanalisieren die Figuren ihre Affekte in gezielten Blicken und Gesten; selbst bewegungsarme Szenen entfalten einen ungeheure Dynamik: Adrastos Wut darüber, von der angebeteten Calipso nicht erhört zu werden, ballt sich in gefährlicher Spannung zusammen, während Erifile matt und leer, fast weltentrückt ihre Opferrolle erträgt - und gerade dadurch an Größe und Glaubwürdigkeit gewinnt. Bei Telemaco und Mentore dagegen liegt Moral und Schicksalsergebenheit in einer ausgesprochen markanten Körpersprache.
Dagegen gibt sich ein Pärchen aus dem Volk völlig undomestiziert seinen Lustgefühlen hin: Tersite mit der Albernheit eines Teenagers, Silvina mit raffinierten Verführungskünsten - ihre pralle Weiblichkeit dazu mit Schmollmund und Korkenzieherlöckchen auf die Spitze getrieben.
So konturscharf wie die Inszenierung ist auch das Klangbild, das Scarlattis Musik zu einem wahrhaft sinnlichen Erlebnis macht: Corby Welch (Telemaco) und Kresimis Spicer (Mentore, Nettuno) nutzen jede Note für puren und direkten Ausdruck, und auch die Damen des Ensembles bestehen mit einer außergewöhnlichen Fülle an Farben:
die dunkel getönte, balsamische Stimme von Elisabeth Kulman (Antiope/Erifile) gegen den stählernen, kraftvollen Sopran von Johanna Stojkovic (Calipso); die fast tenorale, höchst beeindruckende Tiefe, mit der Mariselle Martinez (Adrasto) in menschliche Abgründe blicken lässt; schließlich die helle und schlanke Höhe von Sylvia Hamvasi (Minerva).
Andreas Winkler (Tersite) und Netta Or (Silvina) geben ein stimmlich angenehmes, vor allem aber hinreißend komisches Paar, und Gunther Schmid zeigt seinen Sicoreo glaubwürdig gefangen in Wut- und Eifersuchtsgefühlen.
Dazu geht Thomas Hengelbrock am Pult des Balthasar-Neumann-Ensembles derart feinsinnig und ideenreich mit der Partitur um, dass hier nicht nur Götterzorn, Hass und großes Leid manifest wird - sondern vor allem auch bebende, unterschwellige Spannungen, und dazu ein ausgesprochener Sinn für Humor bei der Instrumentierung (Tersites Tanzeinlagen werden von lateinamerikanisch anmutenden Gitarrenklängen begleitet): Selten verschmelzen Regie, Sänger und Orchester zu einer soch perfekten Einheit.
Christine Geringer - SÜDKURIER - 2. Mai 2005

 ... Regisseur ist Lukas Hemleb, der mit zupackender Personenregie und barocker Theatermaschinerie manches Knallbonbon zündet. ... Im Orchestergraben des Rokokotheaters, wo Thomas Hengelbrock am Pult des Balthasar-Neumann-Ensembles drei Stunden unablässig hochbarocken Wohlklang zaubert, herrscht unterdessen beste Stimmung. Hörbar wird die Harmonie vor allem bei Theorben und Gamben. Der ausladenden Dramatik von Scarlattis Arien wird das Dirigat ebenso gerecht wie den Melodien mit Volksliedcharakter, deren Lieblichkeit er zum Zuschauergaudium als Latino-Pop-Variante karikiert. Überhaupt ist diese Wiederentdeckung auch zu einem Sängerfest geworden: In der Titelpartie hat Corby Welchs geschmeidiger Tenor zwar mit Konditionsproblemen zu kämpfen, doch sein Widersacher Sicoreo ist im Counterfach mit Gunther Schmid bestens besetzt.
Glücklicherweise besteht das Schwetzinger Rokokotheater aus Holz, denn die tiefen Damen singen zum Steinerweichen schön. Mariselle Martinez (Adrasto) und vor allem Elisabeth Kulman (Erifile) sind die umjubelten Stars dieser gelungenen Erstaufführung, die Hoffnungen auf eine berechtigte Scarlatti-Renaissance macht.
lan - SAARBRÜCKER ZEITUNG - 2. Mai 2005

... Ihre Gegenspielerin Antiope, alias Erifile, wird von Elisabeth Kulman mit klangvollem Mezzosopran und intensiver Leidensfähigkeit ausdrucksvoll dargestellt.
Nike Lub - BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN - 2. Mai 2005

Die Sopranistin Johanna Stojkovic gab der Rolle der Calipso starkes sängerisches Profil mit sauberer Höhe und gestochen scharfen Koloraturen. Ebenso Elisabeth Kulman, die der Antiope/Erifile darüber hinaus noch ein packendes Espressivo gab.
Matthias Roth - RHEIN-NECKAR-ZEITUNG - 2. Mai 2005

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Elisabeth Kulman - www.kulman.info