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Oper

Engelbert Humperdinck: Hänsel und Gretel

Ort
Wiener Volksoper

Termine
Mittwoch, 20. Dezember 2006 - 19.00 Uhr
Samstag, 23. Dezember
2006
- 18.00 Uhr
Montag, 25. Dezember
2006 - 18.00 Uhr

Besetzung
Gretel: Barbara Payha
Hänsel: Elisabeth Kulman
Knusperhexe: Mara Zampieri, Irmgard Vilsmaier
Sandmännchen: Elsa Tarraga, Renée Schüttengruber
Taumännchen: Martina Dorak, Daniela Fally
Mutter: Heidi Brunner, Ulrike Steinsky

Vater: Sebastian Holecek

Dirigent: Andreas Schüller

Inszenierung: Karl Dönch
Bühne: Toni Businger
Kostüme: Toni Businger

Programm
Engelbert Humperdinck: Hänsel und Gretel

Text
Karl Dönchs Inszenierung dieses Volksopernklassikers hat über die Jahre nichts von ihrer Faszination verloren! Mit großen Augen verfolgen Jung und Alt seit Jahrzehnten den gewagten Ritt der Hexe auf ihrem Zauberbesen, mit Begeisterung lauscht das Publikum so bekannten Melodien wie "Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh", "Ein Männlein steht im Walde" oder "Brüderlein, komm tanz mit mir!"

Inhalt: Die Oper basiert auf dem gleichnamigen Märchen, in dem zwei Kinder von ihren armen Eltern im Wald ausgesetzt werden. Die Familie lebt in bescheidenen Verhältnissen: Nachdem die Kinder eine Schüssel Milch verschütten, schickt sie die Mutter in den Wald, wo eine böse Hexe lebt. Die Kinder verlieren sich. Als es Nacht wird, lassen zwei Zwerge sie einschlafen. Sie werden von der Hexe gefangen, aber schließlich gelingt es ihnen, sie zu überwinden und nach Hause zurückzukehren.

Links
Wiener Volksoper: www.volksoper.at

 

Elisabeth Kulman mit Mara Zampieri als Hexe

Elisabeth Kulman (Hänsel) mit Mara Zampieri (Knusperhexe)

 

Fotos

Presse

 

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Pressestimmen

Es war die 136. Vorstellung der Uralt-Inszenierung von Karl Dönch, die alle Jahre wieder um die Weihnachtszeit in der Volksoper ins Repertoire genommen und mit beträchtlichem Publikumserfolg (auch bei den diesmal "mucksmäuschenstillen" Kleinen) gezeigt wird. Und wahrscheinlich ist es klug, an diesem Abend, so wie er ist, nicht zu rühren: Denn wenn man sich schon auf "Hänsel und Gretel" einlässt, dann so – mit Märchenwald, Knusper-Lebkuchenhaus, mit einer Hexe, die auf dem Besen in die Lüfte reitet, und ja, auch die Engel, die den Schlaf der Kinder behüten, können dann von Rechts wegen so golden und goldig sein (Ausstattung: Toni Businger). Das ist das Werk, und so funktioniert es auch.
Dabei ist es bis zur Pause gar nicht so furchtbar interessant, einmal abgesehen von der Fülle bekannter Kinderlieder darin. Erst mit dem Hexenhaus kommt Komik und sogar ein bisschen Dramatik, obwohl man absolut nicht über den Applaus philosophieren möchte, der aufbrandet, wenn die Hexe in den Ofen geschoben wird … und noch einmal, wenn man ihren Lebkuchenabdruck daraus hervorzieht. Ist ja ein Märchen, da darf es bekanntlich so grausam zu gehen wie nur möglich…
Heuer ist das Geschwisterpaar meist mit Barbara Pahya und Elisabeth Kulman und solcherart sehr ansprechend besetzt: Die eine ist eine runde, liebe, bewegliche Gretel mit leichtem Sopran, die andere ein schlaksiger, ausgelassener Hänsel mit beweglichem Mezzo. Neu als ihre Eltern Heidi Brunner als die "böse" Mutter (keine sehr ansprechende Rolle) und Einar Th. Gudmundsson, sehr sympathisch als Vater, leider mit fast zu kleiner Stimme. Als Sandmännchen und Taumännchen entledigen sich Reneé Schüttengruber und Martina Dorak je eines Kurzauftritts.
Star jeder "Hänsel und Gretel"-Aufführung ist die Knusperhexe, einst eine Paraderolle von Karl Dönch, aber auch Heinz Zednik oder Adolf Dallapozza haben in den letzten Jahren ihre Sache exzellent gemacht. Heuer tritt wieder Mara Zampieri an, einst (in den achtziger und neunziger Jahren) in der Staatsoper Lady Macbeth und Amelia, Tosca und Fedora und noch viele große Damen der Opernliteratur. Keine Frage, dass sie die Hexe – mit Riesennase, Riesenwarze und allem Fummel, den man nur anhaben kann – sichtlich genießt. Dass ihr Deutsch wenig verständlich ist, würde man hinnehmen, aber die Stimme ist leider eine Ruine, keine Phrase mehr, nur noch Einzelteile. Man will gerne zugestehen, dass es bei dieser Rolle noch verhältnismäßig am wenigsten ausmacht, das Hexenweib muss ja nicht Belcanto singen, aber wer sie in ihren großen Zeiten gekannt hat…
Wie schon bei "Gräfin Mariza" donnerte Dirigent Andreas Schüller die Musik auch hier ziemlich derb und kraftvoll, wobei Humperdincks "Wagnerei" klangästhetisch so schön ist, dass man ihr wenig anhaben kann. Und wie auch bei "Gräfin Mariza" saß der künftige Direktor Robert Meyer in der Loge und eignete sich das Repertoire "seines" Hauses (demnächst sein Haus, um korrekt zu sein) an. Und es wäre zu wünschen, dass seine Spielplanideen wieder in Richtung selten gespielter Werke (auch im deutschen Repertoire) geht, wie es einst die absolute Stärke der Volksoper war, und man nicht unbedingt auf dem Weg weitermacht, dieselben Stücke wie die Staatsoper zu spielen (von "Carmen" bis "Figaro") – dazu braucht man kein zweites Opernhaus, und damit wird es auch nicht ein zweites erstes Haus. Das geht nur mit absolutem Eigenprofil auch in der Werkwahl.
Renate Wagner - Der neue Merker - 21. Dezember 2006

Zu den schönsten, wichtigsten, wertvollsten und auch spannensten Bühnenproduktionen, die derzeit zu sehen sind, zählt zweifellos "Hänsel und Gretel" an der Wiener Volksoper. Das wäre ja noch keine Kunst, könnte man einwerfen, denn so viele wichtige Produktionen gibt es auch nicht. Aber wenn es um die kleinen Besucher geht, und um die sollte es ja viel öfter gehen, ist das, was diesfalls zu erleben ist, superlativisch und längst ein Pflichttermin in der Weihnachtszeit.
Uralt ist sie schon, die Inszenierung von Karl Dönch, der einst selbst die Hexe war, nämlich aus dem Jahr 1985. Das macht aber gar nix, weil Qualität Bestand hat, und weil es bei einem Märchen sogar sympathisch ist, wenn es eine gewisse Patina hat. Und allerlei wichtige Sänger in der Geschichte dieses Hauses - Heinz Zednik, Alexandra Reinprecht, Fritzi Prager etc. - haben in dieser Humperdinck-Oper am Gürtel schon in verschiedenen Rollen mitgewirkt.
Diesmal ist wieder Mara Zampieri die Hexe, die am Ende ausgebuht wird - bestimmt nur deshalb, weil sie so böse ist. In den Titelrollen sind Elisabeth Kulman und Barbara Payha zu hören, die ein süßes Paar bilden. Einar Gudmundsson war erstmals der Vater, und noch dazu ein mächtiger. Heidi Brunner ist eine tadellose Mutter. Renée Schüttengruber (Sandmännchen), Martina Dorak (Taumännchen) und viele entzückende Kinder als Engel komplettieren das Ensemble.
Am Pult stand Andreas Schüller, der weniger überzeugte als zuletzt bei der "Gräfin Mariza". Aber was macht das schon bei den vielen strahlenden Augen.
Gert Korentschnig - KURIER - 22. Dezember 2006

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Elisabeth Kulman - www.kulman.info