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Pressestimmen
Am Dienstag präsentierte das internationale Ensemble Pago Libre (die Musiker kommen aus Österreich, Russland, Irland und der Schweiz) originelle Versionen der Werke von Modest Mussorgsky. Lieder und
bekannte Themen symphonischer Werke des Komponisten des 19. Jahrhunderts wurden in Bearbeitungen vorgestellt, deren Ausgangspunkt im Jazz liegt. Durch die Verbindung der dichten Expressivität der Werke Mussorgskys mit der Emotionalität, die der Jazz mitbringt, wurde eine einmalige Atmosphäre geschaffen, die die Zuhörer ganz hinriss. Riesigen Verdienst an der ganzen Sache hatte die Sängerin Elisabeth Kulman, ein echter Vulkan an Energie, die über einen wunderschönen
Mezzosopran verfügt - wie geschaffen für Mussorgsky, eine sehr gute klassische Gesangskunst beherrscht und sich auch in die Welt der Jazzimprovisation einzubringen wusste. Dieser klassisch-jazzige Mussorgsky war echt, frisch und genauso tief erschütternd wie das Original. Die Teilnehmer des Wettbewerbs von Nowy Sacz sollten sich bemühen, eine Technik aufzubauen, die zumindest annähernd an die der österreichischen Sängerin heranreicht, und so wie sie dem Sinn der aufgeführten Werke auf den Grund zu gehen.
Anna Wozniakowska – DZIENNIK POLSKI – 25. Mai 2007

Meisterhaftes aus dem Grenzgebiet der Klassik
Für ein Konzert wie am Dienstag in Nowy Sacz -
Pago Libre und Elisabeth Kulman – würden sich die besten Bühnen der Welt
glücklich schätzen. Die Künstler, die von Helena Lazarska zum Festival eingeladen
worden waren, präsentierten ein ganz neues und frisches Repertoire aus dem
Grenzgebiet der Klassik.
Die Idee, klassische Werke zu verjazzen oder
ihnen sozusagen ein neues Feeling zu geben, ist nicht neu. Viele Künstler bemühen
sich heute, klassische Musik durch Verbindung der Stile einem breiten Publikum
näher zu bringen. Aber sich die Lieder von Mussorgsky vorzunehmen und sie
absolut originell zu arrangieren, ist etwas ganz anderes. Denn die
internationale Künstlergruppe vereint nicht nur meisterhafte Spieltechnik auf dem
vielfältigen und reichen Instrumentarium, sondern auch kompositorisches Talent,
das den wohlbekannten Werken eine ganz neue Dimension verleiht. Für die
Bearbeitungen ist der österreichische Geiger Tscho Theissing verantwortlich.
Den ernsthaften, gelegentlich auch monumentalen Werken Mussorgskys gab er jazzigen,
funkigen, zeitweise sogar minimalistischen Charakter.
Für den Erfolg sind aber alle Musiker zusammen
verantwortlich. Beim Konzert konnte die unglaubliche Technik des Russen Arkady
Shilkloper, der auf Horn, Flügelhorn und Alphorn spielte, bewundert werden. Das
Publikum war von seinen Improvisationen auf dem Alphorn – ein Ereignis der
Spitzenklasse – völlig überwältigt. Die meisterhafte Darbietung des österreichischen
Kontrabassisten Georg Breinschmid, der problemlos ein ganzes Orchester ersetzen
könnte, wurde mit begeisterten Rufen bejubelt, und John Wolf Brennans
(Irland/Schweiz) experimentelles Klavierspiel – auf Saiten und Tasten – erweckte
Bewunderung.
Über all das ragte die überirdische Stimme der
von Pago Libre eingeladenen Solistin der Wiener Staatsoper Elisabeth Kulman:
Wunderbare Stimmfarbe, fantastische schauspielerische Interpretation und die selten
bei Opernsängerinnen gehörte Begabung zur Improvisation! Außerdem Schönheit und
Sex-Appeal. Das Ganze war eine total explosive Mischung, auf die das
Festivalpublikum mit Ovationen reagierte. Das Konzert wurde – natürlich mit
Zugaben – sehr spät beendet.
Adrianna Ginal – DZIENNIK POLSKI – 24. Mai
2007
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