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Pressestimmen
1. Operettensommer Kufstein legte einen Traumstart hin:
Johann Strauß' "Fledermaus" ist eigentlich einen - wenn nicht überhaupt - die klassische Silvester-Operette. Silvester hat Kufstein ja bekanntlich schon immer früher gefeieret. Diesmal aber war es nicht nur ein Tag, sondern gleich ein paar Monate: Der Auftakt des 1. Operettensommers Kufstein mit der "Fledermaus" wurde Freitag Abend auf der Festung zu einem "himmlischen Fest"! Viel Jubel!
Da blieben keine Wünsche offen! Operette vom Allerfeinsten - das war der Auftakt des Operettensommer Kufstein. Die "Fledermaus" ist so wie eben fast jede Operette ein Spiel um leichtfertige Liebesbeziehungen. Daraus ergibt sich leichte Unterhaltung. In Kufstein macht das künstlerische Gespann - Rudolf Berger als künstlerischer Leiter und Helmuth Lohner als Regisseur - eine Produktion, die in ihrer Geschlossenheit und ihrer Qualität wohl
kaum mehr zu überbieten sein dürfte. Helmuth Lohner setzt als Regisseur auf ausdrucksstarke Bilder. Er setzt auf Tempo, er setzt auf Klarheit und hält den Spannungsbogen bis zum Schluss. Auf der Bühne setzte Helmuth Lohner als Frosch Maßstäbe. Eine Umbenennung der Operette von "Fleermaus" auf "Frosch" schien für jeden der Besucher einleuchtend. Mit großem Können und Lust am Spiel trifft er die Herzen des Publikums. Perfekt Daniela Fally als Adele und Matthias Hausmann als Eisenstein. Elisabeth Kulman zeigt als Orlowsky nicht nur Stimmgewalt, sondern auch Wandlungsfähigkeit. Luisa Albrechtová ist als Rosalinde sängerisch und darstellerisch treffsicher. Aber auch Josef Luftensteiner, Zrinco Soco, Daniel Schmutzhard, Paul Schweinester und Johanna Arrous fügen sich perfekt in das Ensemble ein.
In fein differenzierten Farben musiziert das Orchester des rumänischen Opernhauses Timisoara unter der Leitung von Michael Tomaschek. Das St. Pöltner Ballett zeigt in einer orientalischen Version viel Sinn für Spaß.
Mit dem Auftakt des Operettensommers hat Kufstein die Latte hoch gesteckt! Mit der Csárdásfürstin" von Emmerisch Kálmán geht man so wohl mit dem allerbesten Renommée im nächsten Jahr in eine nächste Runde!
Moni Brüggeller - KRONENZEITUNG - 5. August 2007

Operetten-Sommer Kufstein: Eröffnung mit 'Die Fledermaus'
In Wolldecken und Winterjacken eingehüllt erlebten die Gäste der Festung Kufstein die Eröffnung des Operetten-Sommers.
Über der Festung Kufstein wehte am Freitagabend ein herbstliches Lüftlein - ein Tiroler "Operetten-Sommer" ist vor Wetterlaunen eben nicht gefeit. Doch die knapp 2200 Premierengäste nahmen die gar nicht sommerlichen Temperaturen ganz cool hin - und ihre Wolldecken auf den Schoß, um "Die Fledermaus" in der Inszenierung von Helmuth Lohner zu genießen. Kalt ließ diese niemand - was dem durchwegs zauberhaften Ensemble zu verdanken ist.
Mathias Hausmann begeisterte als Lebemann Eisenstein, Luisa Albrechtova erhob ihre kraftvolle Stimme, um seiner betrogenen und betrügenden Gattin Rosalinde Leben einzuhauchen. Zrinko Soco schmetterte als Tenor Alfred alle an die Wand, während Daniel Schmutzhard als - auf Rache sinnender - Dr. Franke gesanglich wie schauspielerisch zu überzeugen wusste.
Der Part des kokett-naiven Stubenmädchens Adele, das so gern eine große Künstlerin wär, schien dagegen Daniela Fally wie auf den Leib geschrieben zu sein. Und auch Elisabeth Kulman, die den ewig vom Leben und seinem Reichtum gelangweilten Prinzen Orlofsky gab, hätte nicht besser besetzt sein können.
Und trotzdem stahl ein Sliwowitz-trinkender, humpelnder und grantelnder Gefängniswärter den Sängern und Mimen die Show. Obwohl er es eigentlich gar nicht wollte. Für den Part des Froschs musste Regisseur Helmuth Lohner nämlich erst einmal überredet werden. Glücklicherweise mit Erfolg. Denn wenn Lohner im dritten Akt die Bühne betritt, brodelt es im Publikum.
Den Frosch hat er schon unzählige Male gespielt - in Kufstein lässt er ihn aber auch über aktuelle Probleme und Problemchen schwadronieren. So sinniert Lohner über komische Vögel, wie den "gemeinen Elsner", der einfach nicht singen will, steckt die Grünen kurzerhand in die Solarzelle und will sich bei AK-Präsident Dinkhauser über seine widrigen Arbeitsumstände beschweren.
Selbst Paris Hilton kriegt ihr Fett weg - hat sie doch ihr "Zahnbürschtel" in der Zelle vergessen. Kurz und gut: Ein Besuch von Lohners Inszenierung lohnt sich. Und dass er am Ende den meisten Applaus abbekommt, hat er schlichtweg selber zu verschulden: Er hätte ja schlechter spielen können.
Weitere Aufführungstermine: 10., 11., 17. und 18. August auf der Festung Kufstein (20.30 Uhr).
NEUE ZEITUNG FÜR TIROL - 5. August 2007

Eine urwienerische "Fledermaus"
Helmuth Lohner feiert mit seiner Sicht der "Fledermaus" das Feiern und ein restlos begeistertes Publikum feiert mit.
Angeblich sei es ein fantasieloser inszenatorischer Reflex, die Handlung einer Oper oder Operette in die Zeit ihrer Entstehung zu verlegen. Helmuth Lohner sei es gedankt, dass er diesem Reflex erlegen und in der Festungsarena Kufstein im Rahmen des Operettensommers Johann Strauß' "Fledermaus" als das gezeigt hat, was sie ist, eine Feier über das Feiern mit dem süffisanten Blick auf das altbewährte Wiener, Verzeihung, österreichische Phlegma, das den Kongress tanzen ließ.
Lohner lässt der Fledermaus ihren berückenden Biedersinn, der so wunderbar alkoholisiert frivol daherkommt. Man kann lachen und es wird ordentlich gelacht. Luftig liecht, lärmig lustig kommt sie daher, die Handlung, mitunter schrill wie eine Farce. Lohner weiß um die rechte Geschwindigkeit beim Pointensetzen und Dirigent Michael Tomaschek lässt das Orchester des rumänischen Staatsopernhauses Timisoara mit jenem Schwung und Esprit aufspielen, der diese Dramaturgie der sich überstürzenden Ereignisse in eine ausgewogene,
musikalische Dramaturgie bringt. Wie auf den Schienen einer Achterbahn saust die Partie zielsicher über die beschwipsten Steilkurven in den frivolen Loopings. Da macht es auch keinen Sinn nach Schuldigen zu suchen, denn es war, wie wir alle wissen, ohnenhin der Champagner. Diese "Fledermaus" gibt sich urwienerisch und so funktioniert sie wohl auch am besten.
Der vokalen Glanzlichter auf der die Intentionen Lohners ideal unterstützenden Bühne von Hansjörg Stock gibt es mehrere. Daniela Fally, frisch, frech bis hysterisch, unwiderstehlich köstlich, serviert sie ihre Zimmermädchen-Koloraturen. Ihrer erotischen Biegsamkeit nicht minder bewusst sind Johanna Arrouas als deren Schwester und Luisa Albrechtová in der Rolle der Rosalinde von Eisenstein. Albrechtová verkauft diese edel tönend majestätisch, Arrouas frech mit frischer Eleganz. Den
vom Leben gelangweilten Prinzen
Orlowsky gibt Elisabeth Kulman intensiv farbig, mit dem idealen Schuss an Burschikosität. Die Männerpartien nicht minder besetzt, brachten eine hörbar gereiften, stimmlich wie schauspielerisch überzeugenden Daniel Schmutzhard als Notar Falke. Mathias Hausmann als Gabriel von Eisenstein lotete feinsinnig, stimmlich wie mimisch, die desperaten Gefühlslagen der Rolle aus. Zrinco Socos kraftvolle Auftritte waren ebenso erheiternd wie jene von Gefängnisdirektor Josef Luftensteiner und Paul
Schweinester als Advokat
Blind.
Brillieren durfte natürlich Helmuth Lohner als Frosch, der abwechslungsweise auch von Thaddäus Podgorski gespielt wird. Lohner hatte jede Menge Gelegenheit für aktuelle Bonmots über Minister, Schule, Banken und Lokalpolitik. Gags hatte er mehr auf Lager als sein Gefängnis Zellen. Da sitzt der Vogel Elsner ein und will nicht singen, für die Grünen sind Solarzellen reserviert und Gummizellen für die Roten, damit sie sich beim Umfallen nicht wehtun können. Und Lohners Lohn: Walzerselig und polkatrunken bejubelt
das Publikum eine herzerfrischend altmodische Fledermaus, ein mitreißendes Ensemble, den kraftvollen Chor und das stilsichere Orchester Timisoara sowie das elegante St. Pöltner Ballett unter der künstlerischen Leitung von Michael Fichtenbaum. Fazit: Mörbisch wird nach Kufstein geholt.
Markus Hauser - TIROLER TAGESZEITUNG - 6. August 2007
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