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Pressestimmen
Die Kulisse ist wundervoll. Babylon im Burgenland. Schon im hellen Tageslicht ist Manfred Wabas, wie immer, überaus phantasie- und geschmackvolles Bühnenbild inmitten der grandiosen Naturkulisse zu bewundern.
Es imponiert durch die monumentale Gesamtwirkung, durch die Harmonie der einzelnen Bauteile und die sinnvolle Untergliederung in mehrere Simultanschauplätze, die dem Auge im Verlauf des Bühnengeschehens Abwechslung bieten. Orientalisches Flair, gemischt aus babylonischen und hebräischen Baumerkmalen und Symbolen, verzaubert den Besucher.
Richtig spannend aber wird’s, wenn die Beleuchtung einsetzt. Regisseur Robert Herzl und der Lichtmeister Ernst Hainisch haben da hochprofessionelle Arbeit geleistet. Zu Beginn der Ouvertüre ist das vieltürmige Babylon mäßig erhellt, beim ersten forte-Takt flammen über den vielen Toren, Fenstern, Türmen und Zinnen Lichter auf. Fackeln an unzähligen markanten Punkten bleiben den ganzen Abend über im Einsatz. Sie erhalten das doch recht statische Bild gleichsam lebendig, sodass während der vielen (langen) Chorszenen
das Auge nicht ermüdet und folglich das Ohr aufnahmefähiger macht. Nachdem der grausame Babylonierkönig den gefangenen Hebräern seine Allmacht demonstriert hat, beherrscht gefährliches Rotlicht, vermischt mit weißen Rauchschwaden, die das Niederbrennen jeglichen Widerstandes symbolisieren sollen, die Bühne. Ungemein eindrucksvoll ist der Einsatz von grünen und weißen Laserstrahlen, die teils parallel, teils gekreuzt, in Schrägformationen zum Himmel hinaufweisen und einem das Gefühl vermitteln, dass hier zwischen
„oben“ und „unten“ eine Verbindung besteht und „Zeichen und Wunder“ zu erwarten sind.
Versteht sich, dass die jeweils agierenden Personen mit Spots herausgeleuchtet bzw. bei Soloszenen rundum die übrigen Lichter eingezogen werden, um eine Konzentration aufs Wesentliche zu ermöglichen. In den Umbaupausen erlöschen natürlich alle Lichter, sodass man umso konzentrierter der technisch erstrangig übertragenen Ansage des Inhalts der kommenden Szene lauschen kann. Dem Technik-Team, geleitet von Helmut Sühs, gebührt jedes nur erdenkliche Lob für die exzellente Planung und Ausführung eines überwältigenden
optischen Gesamtkunstwerks. (Dass diese Meister ihres Fachs auf dem Besetzungszettel des Abends ungenannt bleiben, ist tadelnswerte Bescheidenheit.)
Bodenlange Kostüme für fast alle Mitwirkenden verstehen sich, Gott und Waltraud Engelberg, sei Dank, in diesem Rahmen von selbst. Einige gefangene Hebräer aller Altersstufen erscheinen in zerfetzten Gewändern, die meisten Chordamen in einfachem Weiß, das Gefolge Nabuccos in Schwarz. Er selbst, der Titelheld, hätte jedoch einer auffallenderen Kostümierung bedurft, das vor allem mehr Glitzerbestandteile gebraucht hätte, um auf den effektvollen babylonischen Turm in Blau und Gold, wo er hereingerollt wird, weithin
gesehen zu werden. Man musste da lange schauen, wo der Sänger eigentlich stand.
Dass es Robert Herzl diesmal nicht gelungen ist, eine wirklich präzise Personenregie zu führen, wie etwa bei „Aida“ an gleicher Stelle, verwundert. Er war offenbar mit dem Arrangement der Massenauf- und Abtritte voll ausgelastet. Nicht nur konnte er den Chorsängern und Statisten wenig an körperlichem Ausdruck abgewinnen, sondern auch die Solisten hätten da einiger „Nachhilfe“ bedurft.
Zwei große Momente der Oper wurden optisch verschenkt. Als der größenwahnsinnige Nabucco sich zum Gott erklärt und ihn augenblicklich dessen Strafe treffen soll, sollte man angesichts der hier vorhandenen Technik doch glauben, dass Blitz und Donner zum Einsatz kommen, nicht bloss sanftes grünes Laserlicht bei verdunkelter Bühne. Und das Finale der Oper, nachdem Abigaille ihren Geist aufgegeben hat, müsste unbedingt optisch klarer als solches demonstriert werden. Die meisten Besucher fragten sich: „Ist es jetzt
aus?“ Das auf die Verbeugungstouren folgende Feuerwerk war zwar herrlich zu schauen, konnte aber ein gekonntes Opernfinale nicht ersetzen.
Kann man da bei den Reprisen vielleicht noch nachhelfen???
Außer Diskussion steht die Qualität der musikalischen Wiedergabe. Altmeister Ernst Märzendorfer hatte hörbar subtil mit der Europasymphony geprobt, sodass die Musiker nicht nur exakt, in den richtigen Tempi und in Übereinstimmung mit dem Bühnengeschehen spielten, sondern auch den rechten Elan für einen „swinging Verdi“ hatten. Unwiderstehlich schwangen sich die Verdischen Melismen zum Abendhimmel auf und schufen somit für das hochpolitische Geschehen die ästhetische Basis, sodass, wie Wolfgang Werner es einleitend
formulierte, unsere „Gedanken auf goldenen Flügeln“ ziehen und wir dorthin vordringen, wo Liebe statt Hass und Versöhnung statt Vernichtung möglich wird – wie Giuseppe Verdi uns dies vorgezeigt hat: der Tyrann wird vom Blitz getroffen, verfällt in Wahninn und bereut; die böse Intrigantin, die machtgierige Abigaille, richtet sich selbst. Eine schöne Utopie! Aber wer sonst, wenn nicht die Kunst, sollte sie den Menschen vermitteln?
Ausgezeichnet auch der riesige, größtenteils rumänische Chor der "Europasymphony", dessen Leitung ebenfalls im Programm ungenannt bleibt.
Es ist bedauerlich, dass heutzutage bei den großen Freilicht-Opern-Spektakeln weitgehend mit mittelmäßigen Sängern gearbeitet wird. Die Hauptdarsteller waren für diesen prachtvollen Rahmen einfach nicht repräsentativ genug. Mikrophon und Maske können das nicht kaschieren, sondern offenbaren, im Gegenteil, stimmliche und Persönlichkeitsdefizite umso deutlicher.
Die robuste Stimme des ukrainischen Baritons Igor Morosow klang nur in der Mittellage gut, wurde jedoch in den höheren Lagen unsicher, wackelig, ja, schien manchmal sogar umkippen zu wollen, und ein echtes Verdi’sches Legato, geschweige denn die Seelentöne, die vor allem den reuigen Nabucco auszeichnen sollten, standen ihm nicht nur Verfügung. Wo er mit bannenden Gesten seine königliche Autorität hätte ausspielen sollen, sah man hilflose Armbewegungen.
Gabriella Morigi machte als Abigaille zwar etwas bessere Figur, aber auch ihre Stimme ist für den Größenanspruch dieser Verdischen Primadonnenrolle einfach zu dünn und unergiebig. Sie „hatte“ zwar alle Töne, aber zu wenig Substanz und Aplomb für die fulminanten Höhenflüge, Intervallsprünge und Rache-Eskapaden der herrschsüchtigen Sklavin. Der koreanische Zaccaria Simon Yang stach nicht nur optisch, wofür er nichts kann, aus dem Chor, den er anzuführen hatte, zu wenig heraus, sondern es fehlte seinem kultivierten
Bass an jenem Biss und jener Zündkraft, die den Juden die „babylonische Gefangenschaft“ durch „Geistheilung“ erträglicher machen sollte.
Bester Mann und beste Frau des Abends traten in den „Zweitrollen“ auf. Der portugiesische Tenor Bruno Ribeiro machte aus der undankbaren Rolle des Ismaele die männliche Hauptrolle. Seine schön timbrierte, in allen Lagen tadellos geführte Stimme wurde auf lyrischer Basis mit exzellenter italienischer Diktion überaus prägnant und ergo durchschlagskräftig zum Einsatz gebracht, sodass er zum natürlichen Anführer der Ensembles avancierte. Die
Burgenländerin Elisabeth Kulman hat sich mit ihrem wunderbar voll und weich strömenden Mezzo das Auftreten auf der ersten Bühne ihrer Heimat mehr als redlich verdient! Man bedauerte einmal mehr, dass Verdi die gute Tochter Nabuccos vokal so nachteilig behandelt hat. Oberpriester Janusz Monarcha, Abdallo Anton Graner und Anna Sewan Salmasi erfüllten ihre kleineren Aufgaben zufriedenstellend.
P.S. Dank der Anwesenheit vieler „Promis“, die einander begrüßen und photographisch und filmisch festgehalten werden mussten, begann die Aufführung bzw. ihr Vorspann schon einmal 15 Minuten später. Dann gab es nach einem zur Begrüßung eingespielten hebräischen Lied, das nicht von Verdi war, 5 (fünf) Festredner (Wolfgang Werner, den Generaldirektor der Eszterhazy-Stiftung, den burgenländischen Landeshauptmann, den Dirigenten den Abends und – von einem einzigen Unmutsraunen des gesamten Publikums kommentiert –
Bundeskanzler Gusenbauer), sodass die ersten Verdi-Takte erst über eine halbe Stunde nach der offiziellen Beginnzeit (20,30 Uhr) zu hören waren und der Opernabend erst nach Mitternacht endete. Der Exodus unzähliger Besucher während er letzten beiden Akte ist somit sicherlich nicht nur den sängerischen Mängeln zuzuschreiben.
P.P.S.: Ich weiß, warum ich Premieren nicht mag. Aber diesmal ging’s mir terminlich nicht anders aus. Ich hoffe nicht nur, sondern bin beinah sicher, dass die Reprisen nur besser werden können.
P.P.P.S: Sehr lobenswert ist der neu gestaltete Eingangsbereich des Steinbruch-Areals, die Vielzahl an Toiletten erleichtert den Besuchern das Leben, und zu essen gibt es auch mehr als genug.
Sieglinde Pfabigan - DER NEUE MERKER - 12. Juli 2007

Der größte Lichtblick aber ist die vokal tadellose Elisabeth Kulman als Fenena. Sie weist St. Margarethen in Sachen Besetzung den Weg.
Peter Jarolin - KURIER - 13. Juli 2007

Elisabeth Kulman als Fenena lässt mit ihrem ausgewogenen Timbre aufhorchen.
Oliver A. Láng - KRONENZEITUNG - 13. Juli 2007

Stimmlich tadellos die Fenena von Elisabeth Kulman.
Helmar Dumbs - DIE PRESSE - 13. Juli 2007

Einziger Lichtblick: Elisabeth Kulman als Fenena, die ihren wohltönenden Mezzosopran schön auf Linie führte.
K. Hirschmann - ÖSTERREICH - 13. Juli 2007

Satt immerhin der Bassbereich von Simon Yang (Zaccaria), das klare Timbre von
Elisabeth Kulman (Fenena).
Christoph Irrgeher - WIENER ZEITUNG - 13. Juli 2007

Ein "Nabucco" kann nicht scheitern
Es kracht, zischt, flackert, knattert, blitzt, ein Drachenkopf speit Feuer, Spotlights und Laserstrahlen zucken, ein Regenbogen wabert – "da fehlen nur noch die Sternspritzer", raunt ein Zuschauer.
Abwarten, natürlich wird es auch ein finales Feuerwerk geben, beim Opernspektakel im Steinbruch des burgenländischen Winzerorts St. Margarethen. Giuseppe Verdis "Nabucco" wird heuer gezeigt, ein Reißer, der seit 1996, dem ersten Festivaljahr, jetzt schon zum dritten Mal auf dem Programm steht.
Mit den üblichen Ingredienzien: Nicht bloß ein Bühnenbild hat Manfred Waba gestaltet, sondern eine Monumentalkulisse – die Stadt Jerusalem samt Tempel, Palast und Wehrtürmen. An Statisten, Stuntmen und Feuerspielen wird nicht gespart – wenngleich all die Flammen an den empfindlich kühlen Temperaturen am Premierenabend nichts zu ändern vermochten.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer als Eröffnungsredner wartete mit sprunghaften Gedanken auf – oder hätten Sie gewusst, dass die russische Revolution notwendig scheitern musste, weil sie im Herbst statt im Sommer über die Bühne ging?
Weit entfernt vom Scheitern war, was im Römersteinbruch über die Bühne ging – massenwirksames Gaudium plus hohes künstlerisches Niveau, inszeniert von Routinier Robert Herzl, ergänzt durch tadellose Tontechnik.
Und eine hervorragende Premierenbesetzung: Igor Morosow als Nabucco, der seine große Arie zu Beginn des 4. Akts in einem Käfig aus grünen Laserstrahlen vorträgt. Der Koreaner Simon Yang als Hohepriester Zaccaria, dessen Bass selbst in den tiefsten Lagen kraftvoll strahlt wie ein Heldentenor. Gabriella Morigi und Elisabeth Kulman als ungleiche Schwestern Abigaille und Fenena.
Harald Steiner - DER STANDARD - 13. Juli 2007

Nabucco-Fest im Römersteinbruch
Zehn-Jahr-Jubiläum im Römersteinbruch zu St. Margarethen. Mit einem Werk, das für den Steinbruch prädestiniert ist: Giuseppe Verdis "Nabucco". Die Premiere am Mittwoch war ein echtes Fest.
Der selige Marcel Prawy hatte dem Intendanten Wolfgang Werner einmal, scherzhalber natürlich, geraten: "Wernerchen, die Leute kommen bei 'Nabucco' eh nur wegen des Gefangenen-Chors. Lass den einfach zehn Mal hintereinander singen, schleuse das Publikum durch, kassier' ab - und dann die nächste Partie ..."
Damit tut man dem hochgeschätzten Papa Verdi natürlich Unrecht, denn dem fiel zu "Nabucco" neben erwähntem Chorstück sehr viel Wohlklang ein, der dem Ohr einen ganzen Abend lang gut tut.
Der Beginn: Eine halbe Stunde lang Reden, schließlich Alfred Gusenbauer, der St. Margarethen, erstmals als Kanzler, eröffnete. Nicht falsch wäre gewesen, er hätte gesagt: "Es ist so schön hier, ich freue mich, dabei zu sein, und nun sind die Festspiele eröffnet." Leider vertat er sich in langer Rhetorik zum Opern-Thema "Freiheit", pendelte zwischen amerikanischem Unabhängigkeitstag, Französischer Revolution und Oktoberrevolution. Aber vielleicht gehörte das auch zum Nachhilfeunterricht (Geschichte,
zwei glatt, zwei verkehrt).
Am Pult: Altmeister Ernst Märzendorfer, der die Anwesenden mit jener musikalischen Fassung überraschte, die bei der Uraufführung 1842 in der Scala gespielt wurde - und in späteren Inszenierungen nie wieder. Märzendorfer und die Seinen musizierten auf feinem Niveau und schickten Giuseppe-Verdi-Töne in den Komponisten-Sternenhimmel über dem Steinbruch, über die er sich sicher gefreut hat.
Die Regie: ein Routinier, ein Mann, der mit der Cinerama-Bühne mit links zurechtkommt. Peter Herzl schälte aus den leicht verworrenen Handlungssträngen das Wesentliche und leitete seine Sänger zu deren Bestem. Interessant der Einsatz von Laserlicht und Holographie. Nabucco nicht hinter echten Gittern eingesperrt, sondern von Lasergittern umrahmt - exzellenter Einfall. Und gegen Ende, zum Final-Rambazamba, gar noch ein Lichtspiel-Regenbogen ...
Das Bühnenbild: Gratulation an Manfred Waba, eines seiner Meisterwerke. Weltklasse. Er verstand es, all seine Bauten perfekt in den Felsen zu integrieren, sodass die hinreißende Naturkulisse perfekt und unbelästigt zur Geltung kam. Waltraut Engelberg zeigte mit der Vielfalt ihrer Kostüme guten Sinn für Farbe und Show.
Ein Kompliment der Einser-Besetzung, die durch Wetterkapriolen auf eine Generalprobe verzichten musste und bei der Premiere erstmals in Kostümen auf der Bühne stand. Igor Morisow ein beeindruckender Nabucco, glaubhaft in allen Stimmungen, mit sicherem Stimmeinsatz. Die tiefe Stimme trug auch Simon Yang als Zaccaria in schöne Opernhöhen.
Gabriella Morigi als Abigaille kam im "Ich reiße alles nieder"-Stil auf die Bühne, begeisterte auch im ersten Teil mit Stimme und Kraft, musste aber wohl im zweiten Teil dem Anfangs-Furioso Tribut zollen. Grundsolide: Die Burgenländerin Elisabeth Kulman und Bruno Ribeiro als das junge Paar Fenena und Ismaele. Souverän: der Festspiel-Chor.
Ein Lob dem schönen neuen Ambiente beim Eingang (geschaffen mit Hilfe der Esterházy-Stiftung), der exzellenten Tonanlage, und für jene, die für das Premierenwetter zu sorgen pflegen, kann es nur die allerbeste Kritik geben: Ihr habt es richtig gemacht. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Prawy sel. hätte gesagt: bravissimo!
Ludwig Heinrich - OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN - 13. Juli 2007

Elisabeth Kulman als Star in Nabucco im Römersteinbruch
Die Mezzosopranistin aus Oberpullendorf singt die Rolle der Fenena
Für elf Aufführungen wurde heuer Elisabeth Kulman für die subtile Rolle der Fenena in Verdis "Nabucco" engagiert. Bei der Premiere war sie einer der umjubelten Stars, eindrucksvoll gelang ihr die Interpretation der gequälten Tochter des Königs.
So muss Freiluftoper gemacht werden! Starbesetzung, tolle Bühne, ein Spektakel mit ausgezeichnetem Opernsound und Effekte wie in einem Actionreißer. St. Margarethen hat wohl den (fast) perfekten Nabucco.
Und großen Anteil daran hat die gebürtige Oberpullendorferin Elisabeth Kulman. Ihr Leidensweg bis zum "Happy End" der Oper erfordert Stimme und subtiles Schauspiel, sie war einer der Stars des Abends. Ihr warmer Mezzo verzauberte, sie gestaltete die Rolle mit großer musikalischer Intelligenz. Perfekt gelang es ihr, durch stimmliche Nuancierung ihren Leidensweg bis zum versöhnlichen Schluss darzustellen.
Hilfreich bei der Gestaltung der Rolle ist ihre mittlerweile doch beachtliche Erfahrung auf der Bühne. Ihr Bühnendebüt gab sie als Pamina an der Wiener Volksoper und etablierte sich rasch insbesondere als Mozart-Sängerin (Contessa Almaviva, Donna Elvira). Nach ihrem Fachwechsel ins Mezzosopranfach 2004 erarbeitete sie sich in kurzer zeit ein umfangreiches Rollenrepertoire und erregte mit ihrem Debüt als Carmen an der Wiener Volksoper sowie als Orpheus (Gluck) ander Opéra National de Paris besonderes aufsehen.
An der Wiener Staatsoper war sie bislang mit großem Erfolg als Prinz Orlofsky ("Fledermaus"), Suzuki ("Madama Butterfly") und Dritte Dame ("Zauberflöte") zu hören. Ihr Debüt an der Berliner Staatsoper unter den Linden gibt sie im Oktober 2007 als Carmen.
Verdis Freiheitsoper aus dem Jahr 1842 ist aktueller denn je, denn Unterdrückung, Folter, Gefangenschaft, Terror sind Themen, die uns leider heute noch immer beschäftigen. Oper ist aber Musik, Verdis Nabucco verlangt nach großen SängerInnen. Mit Elisabeth Kulman hat St. Margarethen einen Glücksgriff gelandet. Fazit: Großer Premierenjubel. Prädikat sehens- und hörenswert. (Kulman singt am 19., 20. Juli und am 14., 15., 23., 24 und 26. August.)
Sieghard Krabichler - BEZIRKSBLATT - Nr. 29, 18. Juli 2007
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