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Pressestimmen
Nein, keine Angst – es gab keine kurzfristige
Programmänderung und es stand sehr wohl die für den Wiener Sylvester
unvermeidliche „Fledermaus“ am Programm. Trotzdem erklangen am Ring auch
Melodien vom Großmeister der silbernen Operettenära, Franz Lehar. Doch beginnen
wir von Anfang an.
Die bereits zum 127. Mal gezeigte Produktion
nach Otto Schenk und in den Bühnenbildern von Günther Schneider-Siemssen – die
einzige, die noch die Drehbühne verwendet, entzückt noch immer das Publikum,
was auch den spontanen Beifall erklärt, der bei der Ansicht des Festsaales beim
Prinzen Orlofsky aufbrandete.
Musikalisch konnte der gestrige Abend leider
nicht an den hervorragenden Jahresabschluss 2006 heranreichen, zu unausgewogen
waren da die sängerischen Leistungen.
Eine „Fledermaus“ lebt vor allem von der
Fähigkeit der Hauptprotagonisten, die Strauß-Melodien, aber auch die
Zwischentexte, mit dem gewissen Augenzwinkern dem Publikum näher zu bringen.
Dass es verdammt schwer ist, Operette auf hohem Niveau zu singen – nun, da
braucht man sich ja nur landauf landab diverse Produktionen anzuschauen…
Mit einigen wenigen Ausnahmen bestand die
Besetzung aus bewährten Kräften des Hauses – was ja absolut Sinn macht, da es
sich bei der Fledermaus auch um ein Ensemble-Stück handelt und die Gags auch
getimt sein sollten.
Ileana Tonca debütierte als Adele/Olga. Ihre
Koloraturen waren nett anzuhören, aber in den tieferen Lagen und – tödlich bei
Operette – bei den Dialogen war sie (zumindest auf der Galerie) nahezu
unhörbar. Sie ist entzückend anzusehen, aber von der der Adele eigenen (und
notwendigen) Schlitzohrigkeit war nichts zu spüren. Viel zu brav war sie, eher
die den Octavian anschmachtende Sophie denn eine junge, karrierebewusste
angehende Künstlerin. In der kleinen und von dieser Inszenierung etwas in Stich
gelassenen Rolle der Ida gefiel Laura Tatulescu.
Auch die blaue Eiche – äh .. Rosalinde –
konnte nicht wirklich überzeugen. Besonders hörbar waren auch die
unterschiedlichen Tempovorstellungen zwischen ihr und dem von Bertrand de Billy
wunderbar animierten Staatsopernorchester. Es ist zu wünschen, dass dies in den
Folgevorstellungen besser wird. Silvana Dussmann versprüht Wiener Charme mit seiner
entsprechenden Doppelbödigkeit und schauspielerte gut, was aber doch nicht
viele vergebene Chancen wie zum Beispiel den „Csardas“ aufwog.
Dritter im Bunde der vergebenen Chancen war
dieses Mal Bo Skovhus. Wie wunderbar spritzig und witzig kann doch die „Oh je,
oh je, wie rührt mich dies..“ Szene sein, wenn die Protagonisten aufeinander
eingespielt sind. Ich habe das selten so uninspiriert gesehen. Skovhus ist von
der Figur und vom Gehabe her sicherlich ein idealer Eisenstein, doch er klang
sehr angestrengt. Sein doch sehr heller Bariton klang ziemlich gepresst. Ob vom
gesanglichen Standpunkt her der Alfred gestern die ideale Alternative zu
Eisenstein war, ist auch nicht zu bejahen. Besonders im 1.Akt hatte Herwig
Pecoraro mit der Partie zu kämpfen, der Gefängnisaufenthalt tat seiner Stimme
jedoch gut, sodass er sich schlussendlich doch achtbar aus der Affäre gezogen
hat.
Wortdeutlich mit jeder Silbe, elegant, galant
und charmant war Dr.Falke. Adrian Eröd hatte die Fäden bei der „Rache der
Fledermaus“ in der Hand und zählte zu den positiven Erscheinungen des Abends.
Ein weiterer Publikumsliebling der Wiener, Alfred Sramek, brillierte als
Gefängnisdirektor Frank. Von unzähligen Auftritten gestählt bringt er einfach
die Persönlichkeit und Begabung mit, mit
ganz kleinen Gesten die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und auch im dritten
Akt die vom Stammpublikum bereits sattsam bekannten Gags immer wieder lustig zu
gestalten.
Peter Jelosits gab einen bewährten Dr.
Stotterbock (Dr.Blind) und der Iwan Michael Kuchar war ein treuer Diener seines
Herrn.
Ein neuer Frosch gab alte Gags zum Besten. Cornelius
Obonya, Nachfolger von dem an die Spitze der Wiener Volksoper gewechselten
Robert Meyer, macht seine Sache tadellos. Leider wurden von ihm tagespolitische
Themen kaum auf’s Korn genommen, eine kurze Andeutung zu den PISA-Studien, aber
das war’s dann auch schon. Auf jeden Fall harmonierte er sehr gut mit den
Routiniers in den Rollen – ein erfolgreiches Staatsoperndebüt!!
Wirklich galareif waren an diesem Sylvesterabend
neben Dirigent und Orchester (das wieder einmal bewiesen hat, dass man die
Walzerklänge der goldenen Operettenära im Prinzip nur in Wien richtig zu hören
bekommt) nur zwei Darsteller.
Von der Drittbesetzung der Volksoper zu
Erstbesetzung der Staatsoper. Was Direktor Holender so pointiert in einem
Interview sagte, ja das beschreibt wohl am besten den Karriereschub, den Elisabeth
Kulman im vergangenen Jahr hatte. Elisabeth Orlofska III. von und zu Mnischek
füllt die Rolle des fadisierten und dekadenten Prinzen Orlofski perfekt aus.
Ja, es wird langweilig immer zu schreiben, dass durch ihre Russischkenntnisse
sie dem Ganzen einen gewissen „Pep“ gibt. Ihr sehr erotisches Timbre in den
tiefen Lagen, ihre Agilität und ihre Bühnenpräsenz machten sie zum unumstrittenen
Mittelpunkt der Szenen, in denen sie anwesend war. Von der „regulären“
Besetzung erhielt sie auch beim Abschlussvorhang – zu Recht – den meisten
Applaus. Aber was mir am meisten gefallen hat – diese junge Frau singt nicht
nur gut, ist nicht nur hübsch und intelligent, sondern hat auch das Herz am
rechten Fleck. Ihr Orlofsky sagte „Bei mir ist jeder willkommen, auch Arigona“
– BRAVA – das musste doch wirklich gesagt sein !!!!!
Unumstrittener Star des Abends war aber Johan
Botha, der einen Sylvester-Biathlon absolvierte. Zuerst Beethoven IX im
Konzerthaus und von dort gleich in die Staatsoper. Charmant in die orlofskysche
Gesellschaft von Adrian Eröd eingeführt erklang plötzlich aus Lehar’s Guiditta
„Freunde, das Leben ist lebenswert“. Ich weiß nicht, wie lange diese Melodien
schon nicht mehr am Ring zu hören waren. Die Operette hat ja einen starken
Bezug zur Staatsoper, wurde sie ja dort in 1934 auch uraufgeführt. Nun, dieses
Mal stand nicht Richard Tauber auf der Bühnen, sondern Botha und er spielte all
seine Stärken aus – schier unendlicher Atem, schöne Phrasierungen. Natürlich
fehlt der Schmelz in der Stimme, die den Vortrag perfekt gemacht hätten, aber
was soll’s – man(n)/frau war beeindruckt, ergriffen. Kommentar einer Besucherin
„Hast’n Tempo (Taschentuch – Anm. der Redaktion) dabei?“ J
Als sich schon ein wenig Enttäuschung
breitmachte, dass der Stargast nur ein Lied singt, folgte noch ein weiterer
Lehar-Klassiker – „Dein ist mein ganzes Herz“. Auch das „Land des Lächelns“ hat
ja Wienbezug – die Urfassung unter dem Titel „Die gelbe Jacke“ erblickte das
Licht der Bühnenwelt 1912 auch in Wien. Die Herzen flogen Botha nur so zu und
da er ja gerüchteweise mit dem Gedanken spielt, vielleicht auch etwas in
Operette zu machen – wäre er nicht ein durchaus annehmbarer Alfred für den
nächsten Jahreswechsel ?!??Das Publikum zeigte sich applaudierfreudig,
hatte es aber doch recht eilig, um ja nicht zu spät zu den diversen
Sylvestermenüs zu kommen. Was noch auffiel war eine Flucht aus dem Parkett nach
dem 2.Akt. Bei den von den Merkersitzen einsichtbaren Plätzen im Parkett waren
im dritten Akt gezählte 25 Sitze verweist…
Kurt Vlach - DER NEUE MERKER - 1. Januar 2008

Alle Jahre wieder spielt die Staatsoper rund um den Jahreswechsel eine ganze Aufführungsserie der „Fledermaus“ und handelt sich damit mühelos ausverkaufte Häuser ein. Auch wenn, wie der Kollege schon bei der Silvester-„Fledermaus“ feststellte, einige Rollen nicht optimal besetzt werden können. Und zwei Tage nach Silvester gibt es auch keinen Stargast mehr beim Prinzen Orlofksy. Aber zumindest Bertrand de Billy am Pult der Wiener Philharmoniker, und es ist ein Vergnügen,
wie delikat, locker und pointiert er die Musik von Johann Strauß behandelt. Dass er mit Damen, die „aussteigen“ (und das taten Frau Dussmann und Frau Tonca jedenfalls im ersten Akt reichlich) seine Mühe hat – dagegen ist kein Dirigentenkraut gewachsen.
Beginnen wir mit dem Positiven, mit einer Wikinger-Riege, die sich in ihren Wiener Jahren exzellent in die deutsche Sprache und die Operettenmentalität eingefügt hat. Die Rede ist von den beiden Dänen Bo Skovhus und Morten Frank Larsen, wobei Letzterer ein souveräner, aber dabei zurückhaltender Dr. Falke war und jederzeit auch an der Staatsoper den Eisenstein singen könnte. Der steht aber derzeit dem wirklich ausgelassenen Skovhus (der ja auch als Dr. Falke begonnen hat) ausgezeichnet zu Gesicht, der sich vergnügt
auf jeden Rollen-Blödsinn einlässt und seine Pointen pflegt. Beide Herren sehen unverschämt gut aus und setzen ihre leicht rau klingenden Baritone effektvoll ein. Dass man gelegentlich hört, wie anstrengend der Eisenstein ist (vor allem im Terzett des dritten Aktes) – das ist auch anderen Darstellern der Rolle passiert.
Alfred Sramek ist als Gefängnisdirektor Frank ein Veteran von präziser, gekonnter Komik, die nie routiniert wirkt, und Herwig Pecoraro (der demnächst als Mime wieder in einer größeren Rolle hervorgeholt wird) gibt als Alfred eine immer witzige Parodie auf die Institution des „Tenors“. Peter Jelosits als „Doktor Stotterbock“ gehört zu dem Teil der Besetzung, an dem nichts auszusetzen ist.
Viel Spaß machte der neue Frosch in Gestalt des jungen Burgschauspielers Cornelius Obonya, dessen seltsam krächzend-krähende Stimme immer wieder an seinen Großvater, den unvergesslichen Attila Hörbiger, gemahnt. Obonya hat sich den Frosch auf der Bahn der bewährten Lazzi neu erarbeitet, und er macht einen Fehler nicht, der routinierten Kollegen immer wieder passiert – er dehnt und zerrt die Sprache und die Witze nicht lang und breit, sondern serviert sie wortdeutlich und auf die Pointe zugespitzt. Das ist durchaus
angenehm und flotter als sonst.
In der Mitte zwischen Mann und Frau hat der Abend seinen Höhepunkt in der Gestalt von Elisabeth Kulman. Sie ist nicht nur optisch der wirklich originellste Prinz Orlofsky, den man sich vorstellen kann, akustisch mit prägnanter Höhe und tragfähiger Tiefe, sondern vor allem in der Darstellung von persönlichkeitsstarker Individualität. Ihr Russisch lässt sich bei dieser Rolle natürlich besonders effektvoll einsetzen.
Wenig Freude hatte man, wie gesagt, mit den Damen. Silvana Dussmann segelte nur so durch den ersten Akt, und die „Brezen“, wie man auf Wienerisch so schön sagt, die sie im zweiten Akt riss, als sie bei der Polka aufs Hinterteil fiel, kann man auch im übertragenen Sinn nehmen. Das ist keine bühnenbeherrschend spritzige, sondern eine eher behäbige Rosalinde mit Höhenschwierigkeiten (ganz arg im Csardas), und wenn sie nicht gelegentlich Rudimente von Wiener Schmäh gezeigt hätte, hätte diese wichtige Rolle an diesem
Abend kaum mitgespielt.
Als Adele und Ida gab es zwei an sich recht reizende „Gastarbeiterinnen“ aus Rumänien, nett, wenn die Schwestern Deutsch auf dieselbe Art radebrechen (ein Wiener Stubenmädel musste ja zu Monarchiezeiten auch nicht unbedingt aus Wien sein), aber dennoch reichte vor allem Ileana Tonca für die Adele nicht aus, während Laura Tatulescu (die für größere Rollen gut ist) als Ida ohne besondere Kennzeichen, aber auch nicht negativ auf der Bühne stand. Ileana Tonca hingegen sang zwar ihre Arien im zweiten und dritten Akt
ausreichend (wenn auch nicht eben in erforderter Brillanz), aber sie ist so meilenweit von dem entfernt, was man in Wien unter einer Adele versteht, dass man sich fragt, warum die Staatsoper sie für diese Rolle nicht in die Provinz schickt, damit sie dort lernt, wie man’s macht – sondern sie gleich rund um eine Silvester-Serie der „Fledermaus“ auf die Bühne schickt, wo man für diese Figur mehr, viel mehr bieten müsste.
Renate Wagner - DER NEUE MERKER - 3. Januar 2008

Einmal im Jahr zieht die leichte Muse in die heiligen Hallen der Wiener Staatsoper ein, wenn zum Jahreswechsel (und jeweils mit zwei oder drei Folgevorstellungen) „Die Fledermaus", die wohl wienerischste aller Operetten, am Spielplan steht. Die Premiere der aktuellen (?) Inszenierung war am 31. Dezember 1979 und so steht am Programmzettel dieser 127 Aufführung auch in voller Ehrlichkeit „nach einer Inszenierung von Otto Schenk". Das hat den Vorteil, dass die SängerInnen
nicht auf irgendwelche Feinheiten der Regie achten müssen sondern ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen können. Und auch das sehr traditionelle Bühnenbild (Günther Schneider-Siemssen) wird von den zahllosen Touristen im Publikum beklatscht.
Die Besetzung am letzten Abend des Jahres 2007 (es gibt Alternativbesetzungen) lässt nur wenige Wünsche offen. Bo Skovhus, wenige Tage zuvor in Dresden in der „Lustigen Witwe" eingesprungen, singt und spielt den Lebemann Gabriel von Eisenstein mit durchaus wiener Charme (und vergisst in der Szene mit dem Gefängnisdirektor Frank im 2. Akt nicht auf den Hinweis, dass er ja eigentlich dänisch spricht und das Parlieren im Pseudofranzösisch seine Sache nicht ist); seine Bühnengattin Silvana Dussmann ist eine
mehr als rollendeckende Rosalinde; ihren Liebhaber Alfred singt Herwig Pecoraro zwar ohne echtem tenoralen Schmelz, aber mit voller Stimme; Adrian Eröd ist ein ausgezeichneter Dr. Falke, der auch den Stargast beim Fest des Prinzen Orlofsky – Johan Botha singt zwei tenorale Highlights aus „Giudita" und „Land des Lächelns" – charmant ankündigt; Peter Jelosits singt und spielt passend den Dr. Blind. Als Adele debutierte Ileana Tonca mit schöner Stimme, die aber in die Rolle erst hineinwachsen muss (dann
geben sich wahrscheinlich auch die Textprobleme in den Dialogen). Den Hausherrn im Palais Orlofsky spielte und sang hinreißend Elisabeth Kulman, die sich in der Staatsoper hörbar gut eingelebt hat (und von der Direktion wohldosiert in schönen Rollen eingesetzt wird). Cornelius Obonya ist der neue Frosch, der endlich nicht nur besoffen über die Bühne torkelt, sondern der Rolle Profil verleiht. Nicht nur mit den altbewährten Sprüchen hat er die Lacher auf
seiner Seite.
Bertrand de Billy koordinierte aufmerksam zwischen Orchestergraben und Bühne – und dass das Staatsopernorchester musizieren kann, wenn es nur will, wissen wir alle. Gestern am Abend wollte es musizieren.
Michael (Wien) - YAHOO OPERNFORUM - 1. Januar 2008

Strauß macht alles gut
Fledermäuse gehören einfach zum guten Ton beim Wiener Jahreswechsel, breiten über das Vergangene, Gewesene ganz nach dem Motto "Der Champagner war an allem schuld" feucht-fröhlich den Mantel des annualen Schweigens.
Die heurige Neujahrs-"Fledermaus" an der Wiener Staatsoper entpuppte sich als recht passable Repertoire-Aufführung, ragte nicht zuletzt wegen einiger Sängerleistungen sogar darüber hinaus. In diesen leicht vergilbten Schneider-Siemssen-Bühnenbildern, durch die noch der Inszenierungs-Geist des Otto Schenk weht, lässt es sich ganz famos spielen. Da fegte etwa Alexandra Rein precht als stimmgewaltige Rosalinde über die Bühne, verstand die "feine" Dame, (beinahe) untreue Ehefrau und ungarische
Gräfin gleichermaßen umwerfend zu servieren. Wunderbar auch das Zusammenspiel mit ihrem Alfred, dem Hausdebütanten Jörg Schneider: Ein herrlich witziger Klein-Pavarotti mit ausgeprägtem Sinn für Pointen. Und Alfred Šramek verlieh dem Frank dank kleinster Gesten ein wunderbar schrulliges Wesen.
Gewohnt untadelig und blitzsauber sang Elisabeth Kulman den Orlofsky und konnte sich vor allem in der Höhe auf ihre Sopran-Vergangenheit verlassen. Recht manierlich gelang der anmutigen Teodora Gheorghiu die Adele, wobei die Dialoge noch etwas heranreifen müssen. Nett: Laura Tatulescu als Ida. Peter Jelosits gab eine kurzweilige Version des Dr. Blind, während Morten Frank Larsen (Dr. Falke) eher seinen kräftigen Bariton denn findiges Bühnenspiel vorführte.
Schwachpunkt: Michael Roiders Eisenstein, der an eine Charakterstudie irgendwo zwischen Wahnsinn und Komödie erinnerte, nicht aber an den charmanten Frauenschwarm, den "ewigen Stenz", den er eigentlich darstellen sollte. Cornelius Obonya als wunderbar dahinjammernder Gefängnisdiener Frosch hingegen reihte sich mühelos in die Reihe der glänzenden Rollenporträts des Abends ein und brachte auch dieses Körnchen staatsdienstlicher Wahrheit, das in seiner Figur steckt, exzellent zum Ausdruck.
Bertrand de Billy trachtete am Pult, die Walzerlaune des Staatsopernorchesters in Bahnen zu lenken und den Sängern den nötigen Raum zur Entfaltung zu geben. Viel mehr konnte man nicht erwarten – so ist es halt im Repertoire, selbst im guten.
Markus Hennerfeind - WIENER ZEITUNG - 3. Januar 2008
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