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Lied

Mahler-Lieder mit Amarcord Wien

Orte und Termine

 

Oberpullendorf - Pfarrkirche
Sonntag, 15. Februar 2009 - 15.00 Uhr

Waidhofen/Ybbs - Rothschildschloss, Kristallsaal
Sonntag, 31. Mai 2009 - 19.30 Uhr

 

Ausführende

 

Elisabeth Kulman - Mezzosopran

Amarcord Wien
- Sebastian Gürtler, Geige
- Michael Williams, Cello
- Gerhard Muthspiel, Kontrabass
- Tommaso Huber, Akkordeon

 

Mahler-Lieder mit Amarcord Wien

Elisabeth Kulman mit Amarcord Wien

 

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Pressetext

Gustav Mahler (1860-1911) steht in vielfacher Hinsicht an einem Wendepunkt der Musikgeschichte. Während die Welt langsam aber sicher in den Weltkrieg schlittert, treibt er die Romantik, die „schöne“ Musik ins Extreme, ja Bizarre. Die ambivalente Gesellschaft und eigene schmerzliche Lebenserfahrungen bilden gleichsam den seelisch-geistigen Boden für sein gewaltiges symphonisches Schaffen, in dem die von ihm entwickelten Orchesterlieder eine besondere Stellung einnehmen. Mit hellwacher Sinnlichkeit komponiert Mahler hochexpressive Musik um seine zentralen Themen: Liebe, Leidenschaft, Abschiednehmen, Leiderfahrung, Einsamkeit. Seine Musik droht immer wieder zu zerbersten, so prall hat er sie gefüllt.

Übertragen auf Geige, Akkordeon, Cello und Bass, wird Mahlers scheinbar überbordende Klangsprache auf einzigartige Weise konzentriert. Der Komponist der riesenhaften Symphonien, der Dirigent von orchestralen Klangmassen, wusste seine Seele in diese Lieder zu gießen, sie in ihnen zu verstecken und gleichzeitig zu enthüllen. Seine lebenslange Sehnsucht nach Natur bzw. der Ruhe in ihr, der Abgeschiedenheit vom „Weltgetümmel“, dringt aus den Liedern in eben diese Welt. Die Stimme von Elisabeth Kulman, ihr warmer Mezzo, der in die tiefen Abgründe dringt und bis in die lichtesten Höhen offen ist, lässt Mahlers Melodien intensive Gerechtigkeit zukommen.

Ausgewählte Vertonungen der Gedichte Friedrich Rückerts, aus den „Liedern eines fahrenden Gesellen“ und der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ sind die zentralen Stücke dieses Abends. Durch die außergewöhnliche Instrumentierung von Amarcord Wien werden sie völlig neu erlebbar!

 

Link

Klangraum Waidhofen: www.klangraum.waidhofen.at

 

Pressestimmen

Auch in Zeiten der Krise gibt es Veranstalter, die - weit abseits der Musikzentren - den Mut haben, mit unkonventionellen Programmen auswärtige Besucher anzulocken und einheimisches Publikum mit nicht nur Gängigem zu konfrontieren. So ein Veranstalter ist beispielsweise der "Verein Klangräume" im niederösterreichischen Waidhofen/Ybbs, der knappe 150 km von Wien entfernt im Alpenvorland eine Serie von Liederabenden veranstaltet, die jedem prominenten Festival zur Ehre gereichen würden.
Am gestrigen Abend stand Elisabeth Kulman - begleitet vom Ensemble Amarcord Wien (Sebastian Gürtler - Violine, Michael Williams - Cello, Gerhard Muthspiel - Kontrabass, Tommaso Huber - Akkordeon) - am Podium im Schloss von Waidhofen und begeisterte das den Kristallsaal bis auf den letzten Platz füllende zumeist einheimische Publikum mit Liedern von Gustav Mahler in der Bearbeitung von Amarcord. Zugegeben, es ist nicht leicht, sich vorzustellen, das original für Klavierbegleitung oder Orchester komponierte Lieder plötzlich von einem Ensemble begleitet werden, das (und das ist wahrhaftig nicht negativ gemeint) spontane Erinnerungen an die Musiker auf der Piazza San Marco erweckt. Und es ist auch - ohne dieses Klangbild erlebt zu haben - kaum glaubbar, dass diese vier Musiker ein Tonkonglomerat entwickeln, dass ein volles Orchester vergessen macht. Ihnen gelingt sogar das Kunststück, dass als erstes Stück nach der Pause das Adagietto aus der 5. Symphonie in dieser minimalisierten Besetzung nahezu original klingt (was nicht zuletzt Tommaso Huber zu verdanken ist, der mit seinem Akkordeon den Klangboden bildet, auf dem die Kollegen - allen voran Sebastian Gürtler als Stimmführer - aufbauen können).
Elisabeth Kulman, die ihre Liedprogramme gerne unkonventionell gestaltet (sei es vom Programm, sei es - wie an diesem Abend - durch Arrangements oder Begleitung), fühlt sich in diesem Rahmen sicht- und hörbar wohl. Ihre Stimme verströmt puren Wohlklang in allen Registern, mit kleinsten Gesten und wechselnder Mimik unterstreicht sie Wort und Ton. Man fühlt die Trauer in "Ich bin der Welt abhanden gekommen" gleichermaßen wie die vergeblichen Versuche des Kuckucks, die Nachtigall mit Schöngesang zu übertrumpfen. Da zeigt sich die Modulationsfähigkeit ihrer Stimme, die nichts von der Austauschbarkeit mancher junger Kolleginnen hat. Mit ihrer warmen Stimme, ihrem natürlichen Vortrag schafft sie es in kürzester Zeit ein Publikum in Bann zu ziehen, das zweifellos mehrheitlich mit Gustav Mahlers Musik wenig vertraut ist. Diese Publikum erklatscht sich als Zugabe das "Urlicht" aus der 2. Symphonie, nach dessen Ende man die berühmte Stecknadel fallen hören konnte, ehe nochmals gejubelt wurde.

brunello - CAPRICCIO-KUTURFORUM.DE - 1. Juni 2009

 

ARCHIV.kulman.info 2009

Elisabeth Kulman - www.kulman.info