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Oper

Peter I. Tschaikowski: Eugen Onegin

Ort

Wiener Staatsoper - Opernring 2, 1010 Wien

 

Termine

Samstag, 23. Mai 2009 - 19.30 Uhr (Rollendebüt)
Dienstag, 26. Mai 2009 - 19.00 Uhr
Freitag, 29. Mai 2009 - 19.00 Uhr

Montag, 5. Oktober 2009 - 19.30 Uhr
Freitag, 9. Oktober 2009 - 19.30 Uhr
Dienstag, 13. Oktober 2009 - 19.30 Uhr

 

Ausführende

Tatjana: Tamar Iveri, Olga Guryakova (Okt.)
Olga: Elisabeth Kulman
Eugen Onegin: Simon Keenlyside, Dalibor Jenis (Okt.)
Fürst Gremin: Ain Anger
Lenski: Marius Brenciu
Larina: Aura Twarowska
Filipjewna: Margareta Hintermeier
Hauptmann: Hans Peter Kammerer, Marcus Pelz (Okt.)

Saretzki: Marcus Pelz
Triquet: Alexander Kaimbacher
Vorsänger: Thomas Köber, Oleg Zalytskiy (Okt.)

Dirigent: Seiji Ozawa

Inszenierung: Falk Richter
Bühnenbild: Katrin Hoffmann
Kostüme: Martin Kraemer
Choreographie: Joanna Dudley
Licht: Carsten Sander

Elisabeth Kulman und Marius Brenciu

Elisabeth Kulman und Marius Brenciu
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Inhalt

Erster Akt

Auf dem Landgut der Larins in der russischen Provinz ist Erntezeit. Die verwitwete Gutsbesitzerin und die alte Kinderfrau plaudern beim Einkochen von Beeren über die Vergangenheit, über enttäuschte Hoffnungen an das Leben und die Gewohnheit als Ersatz für versäumtes Glück. Von den beiden Töchtern des Hauses ist die lebhafte, unbeschwerte Olga allen Daseinsfreuden zugetan, die stille, verschlossene Tatjana dagegen versenkt sich in Bücher, verliert sich in Tagträume. Da kommt Besuch: Olgas Verlobter, der schwärmerische junge Poet Lenski, führt seinen Freund und Gutsnachbarn Onegin ein, einen souveränen Großstadtmenschen und Freigeist. Während Lenski mit seinen Liebesbeteuerungen die lebenslustige Olga schier bedrängt, machen die Eleganz und Überlegenheit Onegins auf die scheue Tatjana tiefen Eindruck. Der Held ihrer Romane, die Projektion ihrer Träume und Phantasien scheint vor ihr zu stehen.
In ihrem Zimmer findet Tatjana nachts keine Ruhe. Auch Gespräche mit der Amme lenken sie nicht ab. So entschließt sie sich zu einem Brief an den Mann, der unverhofft in ihr Leben getreten ist. Erst ängstlich, dann immer unbekümmerter gibt sie ihr Inneres preis, vertraut sie ihre Gefühlswelt Onegin an. Als es darauf zu einer Begegnung kommt, muss Onegins herablassende Antwort Tatjana enttäuschen, ja demütigen. Wohl empfinde auch er Sympathie für sie, doch misstraue er der Dauer von Gefühlen, sei zudem für die Ehe nicht geschaffen. Verletzt zieht sich Tatjana zurück, während die Mädchen bei der Beerenlese im Garten neckisch vom Liebesglück singen.

Zweiter Akt

Monate später, es ist Winter geworden. Ein Hausball zu Tatjanas Namenstag bringt für die geladene Nachbarschaft Abwechslung in den eintönigen Alltag. Auch Onegin hat sich von Freund Lenski zum Besuch überreden lassen. Doch bald verdrießt ihn der Klatsch der anderen Gäste übe seine extravagante Lebensart so sehr, dass er dem Freund einen Streich spielt. Er tanzt wiederholt mit Olga, macht ihr auffällig den Hof, und sie geht kokett auf das Spiel ein. Der eifersüchtige Lenski gerät in heftigen Zorn. Vor der Gesellschaft zieht er Onegin empört zur Rechenschaft und fordert den vermeintlichen Nebenbuhler schließlich zum Duell.
An einem kalten Morgen erwartet Lenski seinen Gegner. Voller Todesahnungen nimmt er von seinem Leben und der geliebten Olga in Gedanken Abschied. Als auch Onegin zur Stelle ist wird beiden die Sinnlosigkeit ihres Vorhabens, zugleich der Wert ihrer Freundschaft klar. Doch keinem gelingt das erlösende Wort. Erst als Lenski tödlich getroffen ist, begreift Onegin das entsetzliche Geschehen.

Dritter Akt

Einige Jahre sind vergangen. Onegin ist von seinem Landgut fortgezogen. Doch auch lange, weite Reisen lassen ihn den mutwilligen Verlust seines Freundes nicht verwinden, befreien ihn nicht von der Schwermut, geben seinem Leben keinen Sinn. Kaum zurückgekehrt, verschlägt es den ruhelosen in Petersburg auf ein Fest im Hause Gremin, wo er sich erneut einsam fühlt. Da glaubt er in der Gastgeberin die fast vergessene Tatjana zu erkennen. Und wirklich, sie ist inzwischen die Gattin des verdienten Generals und angesehenen Fürsten geworden. Als Gremin dem fassungslosen Onegin sein spätes Eheglück mit Tatjana erzählt, erkennt dieser sein einstiges Fehlverhalten. Den überlegenen Dandy befällt ein ungekannter Aufruhr der Gefühle. In einem stürmischen Brief hat Onegin Tatjana um eine Aussprache gebeten. Sein unvermutetes Erscheinen auf dem Ball hat auch ihren mühsam errungenen Seelenfrieden gestört. Gemeinsam beklagen sie nun das versäumte Lebensglück. Als Onegin sie immer heftiger bedrängt, ihre Ehe aufzugeben und ihm zu folgen, gesteht sie ihre unverminderte Liebe ein - und bekennt sich zugleich zu ihrer Verbindung mit Gremin. Allein zurückgeblieben, verzweifelt Onegin am Sinn seines unerfüllten Lebens.

 

Links

Wiener Staatsoper: www.wiener-staatsoper.at

 

Pressestimmen

Ihre Schwester Olga, Elisabeth Kulman, begeisterte mich wieder einmal mit ihrer schönen Stimme und ihrem guten Russisch.

Hans Peter Nowak - DER NEUE MERKER 06/2009


Ihre lebenslustige Schwester Olga passt Elisabeth Kulman wie angegossen, und man kann verstehen, dass dich wegen ihr die beiden Freunde in Todfeinde verwandeln.

Fritz Tont - DER NEUE MERKER 11/2009


Ihr Schwester Olga ist für Elisabeth Kulman, der das russische Fach sehr gut liegt, eine ideale Rolle. Schade, dass sie keine so große Arie hat.

Elena Habermann - DER NEUE MERKER 11/2009


Ideal auch die Olga von Elisabeth Kulman - sie verkörpert die Unkompliziertheit und Anmut, die ohne jede Mitschuld das tragische Duell auslöst.

Peter Dusek - DER NEUE MERKER 11/2009


Bei dem schönen, vollen, warmen Timbre der Elisabeth Kulman/Olga bedauerte es man sehr, dass sie nicht mehr zu singen hat. Sie war rollengerecht recht munter.

Martin Robert Botz - DER NEUE MERKER - 14. Oktober 2009


Elisabeth Kulman bewies einmal mehr ihre Vielseitigkeit und ihr Können in der undankbaren, aber so wichtigen Rolle der Olga.

Peter Jelinek - DER NEUE MERKER 06/2009


Elisabeth Kulman als rollendebütierende Olga spielt mit Temperament eine weltzugewandte junge Frau und lässt einen aparten Mezzo hören.

Johann Schwarz - DER NEUE MERKER 06/2009


... Olga (reizend verspielt, mit frischem Timbre Elisabeth Kulman) ...

V.P. - KRONENZEITUNG - 7. Oktober 2009


Verschneit und eisig
Einen Vorgeschmack auf den Winter liefert die Wiener Staatsoper seit Montag wieder mit Falk Richters verschneiter und eisiger Inszenierung von „Eugen Onegin“. Und das mit teils neuen Sängern. Olga Guryakova ist mit ihrem kraftvollen Sopran nicht weit von der idealen Tatjana entfernt. Es fehlt ihr nur noch an Kontinuität. Der neue Onegin Dalibor Jenis singt besser und präsenter als er spielt.
Dazu ein eingespieltes Team: Ain Anger als eleganter Gremin, Elisabeth Kulman als klare Olga und Marius Brenciu als intensiver Lenski. Etwas zu behutsam und zurückhaltend das Orchester unter Seiji Ozawa.

Judith Schmitzberger - KURIER - 7. Oktober 2009


Lichtblicke im Schneegestöber
Aufzählung Wie kann eine Aufführung von Tschaikowskis einmaligem "Eugen Onegin" im Haus am Ring derart schlecht besucht sein? War es die Schuld der Wirtschaftskrise? Unwahrscheinlich, sind die Auslastungszahlen der Staatsoper doch nach wie vor höchst passabel. Ist das Stück zu schwer? Eher weniger, denn die russische Nationaloper auf die bewegenden Worte Alexander Puschkins erfreut sich auch hierzulande größter Beliebtheit.
Vielleicht war die Besetzung nicht außergewöhnlich genug gewählt: Der slowakische Bariton Dalibor Jenis gab erstmals auf gesanglich kraftvolle, aber wenig authentische Weise den Antihelden Onegin. Szenischer Höhepunkt (wenn auch nicht annähernd so packend wie bei der Premiere der Produktion im vergangenen März) war zweifelsohne die Duellszene mit seinem Freund Lenski – in dieser Rolle konnte abermals Marius Brenciu überzeugen. Ein angenehmes Wiederhören gab es außerdem mit Elisabeth Kulman als Olga und Ain Anger als Fürst Gremin. Olga Guryakova debütierte als solide, aber vom unschuldigen Mädchen weit entfernte Tatjana; trotz forcierten Vibrato war eine stimmliche Steigerung bei ihr deutlich hörbar. Auch sie gewöhnte sich im Verlauf des Abends offenbar an die unglückliche Bühnengestaltung.
Beherzter Seiji Ozawa
Wie gewohnt hatte es das Ensemble in den hässlichen Bildern von Falk Richter wirklich nicht leicht: die Bühne aufgerissen, einige Neonleuchten (oder viele in Tatjanas Briefszene); und ständig die Plattitüde des Einsamkeit symbolisierenden, psychedelische Zustände bewirkenden Schneegestöbers im Hintergrund.
Trotz gut einstudierten Staatsopern-Orchesters (beeindruckend exakte Flötenpassagen) und Chor unter dem beherzt agierenden Generalmusikdirektor Seiji Ozawa hat sich einmal mehr bewahrheitet: Nicht alles Neue muss automatisch besser sein. Aber wenigstens war die Musik dieselbe ...

Daniel Wagner - WIENER ZEITUNG - 8. Oktober 2009

 

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Elisabeth Kulman - www.kulman.info